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Recording: 2012-03-23 , Theaterdiscounter (Video © Walter Bickmann)

Sebastian Blasius

WOYZECK ÜBERSCHREIBEN

Theaterdiscounter

Production Details / Press Releases

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WOYZECK ÜBERSCHREIBEN ist der 3. Teil einer Recherche, die sich mit den Möglichkeiten auseinandersetzt, historisches Inszenierungsmaterial zu erinnern, fortzuschreiben und zu übermalen, um gerade dadurch den Raum für eine aktuelle Auseinandersetzung zu öffnen.

Georg Büchners “Woyzeck” scheint sich für diese Recherche perfekt zu eignen: ein Text, der aufgrund seines fragmentarischen Charakters dazu einlädt, Bruchstellen zu beleuchten, alternative Zugriffe auszuprobieren und ihn damit gerade nicht als ‘soziales Rührstück’ zu lesen.

Vier TänzerInnen setzen sich mit den Bewegungen und Sprechweisen von SchauspielerInnen in ihren Verkörperungen des “Woyzeck”-Personals unterschiedlicher früherer Inszenierungen auseinander und entwickeln daraus eine Choreografie. Als was können die historischen Gesten eines Schauspielers nun lesbar werden, wenn ein Tänzer sie rekonstruiert, re-enactet, nachschreibt in dem Bewusstsein, dass es sich um das Material Abwesender handelt? Welche Körper, welche Präsenzen, welche Zeitlichkeiten bringt diese Konfrontation hervor?

Im selben Zuge soll danach gefragt werden, wie sich die Performer in die verschiedenen fiktionalen Bewegungssprachen hineinbegeben und sich parallel dazu als zeitgenössische Subjekte behaupten können.

Entlang vorhandener bekannter Inszenierungen sollen theatrale Konventionen und Sehgewohnheiten befragt werden. Vielleicht kann dem Büchner-Text dadurch etwas zurückgeben werden, das immer wieder unberücksichtigt blieb.

Zusammen mit seinem Team begibt sich Regisseur Sebastian Blasius auf die Reise zu den Bruchzonen des Woyzeck-Materials und versucht eine neue Perspektive auf den ‘vielfach vom Theater geschundenen Text’ (Heiner Müller) zu formulieren.

Sebastian Blasius *1979 in Krefeld, Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen u.a. bei deufert + plischke, Laurent Chétouane, Mathilde Monnier. Arbeit als Regisseur, Choreograf und Theaterwissenschaftler, zuvor auch als bildender Künstler und Cellist. Verschiedene Publikationen u.a. zu Samuel Beckett und zum Theorem der Präsenz. Seine derzeitige künstlerische Recherche fokussiert, wie sich unter verschiedenen Fragestellungen vorhandene (Schauspiel-)Inszenierungen mit Tänzern rekonstruieren lassen und wie im selben Zug eine Reihe von theatralen Konventionen und Sehgewohnheiten befragt werden können.

[Quelle: www.theaterdiscounter.de]

Cast & Credits

Director / Choreography: Sebastian Blasius
Dramaturgy: Daniel Franz
Stage, costume: Cristina Nyffeler
Light: Andreas Mihan
Sound: Rupert Jaud
Assistance: nützlich + schön
Speech training: Vivian Lüdorf
A coproduction by i-camp / new theater Munich, Theaterdiscounter Berlin, Orangerie-Theater Cologne
Funded by the Capital Culture Fund and Landeshauptstadt München.
Thanks to: Francesca Spinazzi, Björn SC Deigner, Artconnectberlin, Frédéric Gies and Samuel Eschmann

Theaterdiscounter

Klosterstr. 44
10179 Berlin

theaterdiscounter.de
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Video Documentation

The video documentation is produced by Kulturprojekte Berlin GmbH on behalf of the Senate Department for Culture and Europe. The purpose of this contract is to document productions in the field of contemporary dance in Berlin. The master recordings are archived by the University Library of the Berlin University of Arts. Copies of the recordings on DVD are available for viewing exclusively in the reference collections of the following archives (at media desks in these institutions):

University Library of the Berlin University of Arts
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Inter-University Centre for Dance Berlin (HZT)

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