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Aufnahme: 11.11.2014 , HAU Hebbel am Ufer (HAU1) (Video © Walter Bickmann)

Laurent Chétouane, Solistenensemble Kaleidoskop

BACH / PASSION / JOHANNES

HAU Hebbel am Ufer (HAU1)

Texte zur Produktion

laurentchetouane.com

Ein Stück nach der Johannespassion von J. S. Bach kann nicht einfach die Figuren dieses Dramas, Jesus und seine Jünger, Pontius Pilatus etc., auf der Bühne darstellen. Gezeigt werden soll vielmehr, wie das Hören der Komposition, dieser „spektakulären Maschine“, die Körper der Zuschauer berühren, bewegen, verändern und erschüttern kann, wie die Tänzer in der spontanen räumlichen Organisation ihrer Emotionen und Bewegungen das Hören dem Sehen vorziehen. Vielleicht spielt sich das Drama einer jeden Passion gar nicht bei Jesus Christus ab, sondern auf Seiten der Zuhörer, die der von Gesang und Musik vermittelten, von Bach bearbeiteten Handlung folgen und geht damit von der Frage aus, wie eine Gemeinschaft, eine Verbundenheit, ein Zusammenleben geschaffen werden kann, dessen Werte es nicht mehr zu zelebrieren, sondern zu hinterfragen gilt – mittels des von der Musik ergriffenen Körpers. BACH / PASSION / JOHANNES ist nach „M!M“ und „15 Variationen über das Offene“ der dritte Teil einer Trilogie über das Zusammensein. Gemeinsam mit dem Berliner Solistenensemble Kaleidoskop präsentiert Chétouane eine bearbeitete Version der Bach’schen Musik mit vier Tänzern, einer Sängerin und sieben Musikern, die gemeinsam singend durch die Passion wandern.

Laurent Chétouane, geboren 1973 in Soyaux, Frankreich, absolvierte nach einem Ingenieurstudium ein Studium der Theaterwissenschaft an der Pariser Sorbonne und der Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Er unterrichtet als Gastprofessor und Gastdozent in zahlreichen Studiengängen, u.a. in Berlin, Bochum, Frankfurt am Main, Gießen, Hamburg und Oslo. Seit Ende der 1990er Jahre als Theaterregisseur tätig, choreografiert Chétouane seit 2006. Mit seinen „Tanzstücken #1–#4“ entsteht eine zweite Linie in seinem Werk, in der es um die Frage nach der Notwendigkeit und dem Sinn einer Bewegung geht. Für „Tanzstück #1: Bildbeschreibung von Heiner Müller“ erhielt Chétouane 2008 die Wild Card der RUHR.2010 und im selben Jahr den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für hervorragende junge Künstler. „horizon( s)“ war zur Tanzplattform 2012 in Dresden eingeladen. „Sacré Sacre du Printemps“ wurde bei der Ruhrtriennale 2012 uraufgeführt und tourte in Russland, Österreich, Frankreich, Schweiz, Belgien und Italien. Anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Elysée-Vertrages 2013 entwickelte Chétouane das Duo „M!M“ zum Thema der Freundschaft als ersten Teil einer Trilogie zum Thema des Zusammenseins. Nach „15 Variationen über das Offene“ bildet „BACH / PASSION / JOHANNES“ den Abschluss dieser Serie.

Das Solistenensemble Kaleidoskop wurde 2006 als Kammerorchester gegründet. Unter der künstlerischen Leitung von Michael Rauter und Daniella Strasfogel und in Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Genres sucht Kaleidoskop nach neuen Aufführungsformen; die Musiker werden dabei auch selbst zu Performern und Darstellern. Das Repertoire reicht von Frühbarock bis zur aktuellen Musik, auch eigene Musikkonzepte werden dabei entworfen. Im Laufe des künstlerischen Engagements hat das Solistenensemble mit Künstlern wie Sasha Waltz, Sabrina Hölzer, Jennifer Walshe, Martin Eder, Yann Becker und der Band Mouse on Mars zusammengearbeitet. Gemeinsam mit der belgischen Theatergruppe FC Bergman brachte Kaleidoskop im Dezember 2013 das Musiktheaterstück „Van den Vos“ im Toneelhuis Antwerpen auf die Bühne, bevor diese Produktion 2014 im Rahmen einer Tournee in mehreren europäischen Ländern gezeigt wurde, u.a. bei den Wiener Festwochen, den Operadagen Rotterdam und Foreign Affairs Berlin. Im Oktober 2014 präsentierte das Solistenensemble Kaleidoskop die Uraufführung von „Kaleidoskopville“ im Haus der Berliner Festspiele. Seit 2008 sind mehrere CD-Aufnahmen an der Seite von Solisten entstanden, die erste eigene Ensemble-CD „Hello I’m Solistenensemble Kaleidoskop“ ist 2014 erschienen.

Michael Rauter wurde 1980 geboren und hat Musik studiert. 2006 hat er in Berlin das Solistenensemble Kaleidoskop gegründet. 2013 arbeitete er mit Laurent Chétouane bereits bei dem Stück „15 Variationen über das Offene“ zusammen.

[Quelle: www.hebbel-am-ufer.de und Abendzettel]

Besetzung & Credits

Tanz: Lisa Densem, Nitsan Margaliot, Mikael Marklund, Sigal Zouk
Musik: Timoti Fregni, Clara Gervais, Nari Hong, Tammin Julian Lee,
Ildiko Ludwig, Yumi Onda, Michael Rauter
Gesang: Senem Gökçe Oğultekin und die Musiker
Choreografie: Laurent Chétouane und die Tänzer
Bearbeitung des Originals: Michael Rauter und Solistenensemble
Kaleidoskop
Raum: Laurent Chétouane und Matthias Nebel
Kostüme: Sophie Reble
Licht: Stefan Riccius
Ton: Johann Günther
Dramaturgische Beratung: Leonie Otto
Körper Coaching: Patricia Brülhart
Mitarbeit Choreographie: Leonie Rodrian
Assistenz Kostüm: Lydia Sonderegger
Hospitanz: Lisa Blöchle
Produktion: Christine Kammer und Hendrik Unger
Produktion: Johannespassion GbR in Zusammenarbeit mit Solistenensemble Kaleidoskop.
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, Kampnagel (Hamburg), Kaaitheater (Brüssel), Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis (FR), Tanzquartier Wien, Maillon – Théâtre de Strasbourg / Scène européene, TAP – Théâtre Auditorium de Poitiers, Metz en Scène, Tanzhaus NRW. House on Fire mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union.
Gefördert durch die Basisförderung Berlin/ Der Regierende Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und vom Fonds Darstellende Künste e.V/ 3-jährige Konzeptionsförderung aus Mitteln des Bundes.
Mit Unterstützung der Rudolf Augstein Stiftung sowie DOCK 11 /Eden***** Berlin.

HAU Hebbel am Ufer (HAU1)

Stresemannstr. 29
10963 Berlin

hebbel-am-ufer.de
Karte

Tickets: +49 (0)30 259 004 27
tickets@hebbel-am-ufer.de

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

Laurent Chétouane / Trailer und Videodokumentationen

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