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Aufnahme: 08.03.2015 , HAU Hebbel am Ufer (HAU1) (Video © Walter Bickmann)

Boyzie Cekwana, Nina Støttrup Larsen

Banana Republics – Here be Dragons

HAU Hebbel am Ufer (HAU1)

Texte zur Produktion

Boyzie Cekwana und Nina Støttrup Larsen bespielen mit ihrer Performance und Installation den Theatersaal des HAU1. In inszenierten Führungen, Gameshows und einer fiktiven Talkshow suchen die Performer Antworten auf die Frage nach einer Wiedergutmachung für das koloniale Vermächtnis. Nicht erst seit OJ Simpson und Oscar Pistorius werden juristische Prozesse als öffentliches Medienspektakel inszeniert. Könnte man eine dieser globalen Sportikonen durch eine ehemalige Kolonialmacht ersetzen? Könnte der nachhallende Schrei nach Gerechtigkeit nicht ein würdiges Thema sein, um das Verlangen nach einem öffentlichen, schnellen Prozess zu befriedigen? Könnte ein Tribunal, dass sich mit den Verbrechen der Kolonialzeit befasst, überhaupt genügend Einschaltquoten bringen und sich in der besten Sendezeit behaupten? Was wäre, wenn die Stars und Sternchen des 21. Jahrhunderts nicht aus den Reihen talentloser Schönheitsköniginnen, Muskelprotze oder gefallener Sporthelden gecastet würden, sondern aus den Reihen der Europäischen Mächte? Was würde passieren, wenn man den Gerichtssaal gegen die öffentliche Feuerprobe des Reality-TVs tauschte und dort das Verfahren über Reparationszahlungen für Kolonialismus und Sklaverei eröffnete?

Der Performer und Choreograf Boyzie Cekwana lebt und arbeitet in Südafrika. Zusammen mit weiteren Mitstreitern setzt er sich für die Entwicklung und Verbreitung einer zeitgenössischen Tanzpraxis und -forschung in Afrika ein. Er war der künstlerische Leiter von zwei Ausgaben des Jomba! Contemporary Dance Festivals in Durban, Südafrika. Seine Arbeiten sind interdisziplinär und wurden auf verschiedenen Plattformen weltweit gezeigt. Er ist Teil einer fortwährenden afrikanischen Guerilla-Denkfabrik, die Ideen für den künstlerischen Selbstausdruck für die Region des südlichen Afrikas entwickelt und formuliert.

Die dänische Designforscherin Nina Støttrup Larsen lebt seit 2003 in den Niederlanden. Sie studierte an der Rietveld Academy in Amsterdam und erhielt anschließend ein Forschungsstipendium an der Jan van Eyck Academie. Als Organisatorin und Vortragende war sie an zahlreichen Veranstaltungen beteiligt, wie etwa „Design Practice Research“ und „Systems Exposed“. Ihre Arbeiten umfassen gedruckte Publikationen, bewegte Bilder, Veranstaltungen, Spiele und Installationen. Zusammenarbeiten und Auftragsarbeiten u.a. für Urban Scenographies, Stedelijk Museum Bureau Amsterdam, Sonic Acts Festival, Metahaven, GRAPHIC Magazine, De Groene Amsterdammer und Volume Magazine. Sie lehrt Designforschung an der Artez Acadamy of Visual Arts in Arnheim. 2011 war sie Mitgründerin des Künstler- und Designkollektiv Bitcaves.

Besetzung & Credits

Künstlerische Leitung: Boyzie Cekwana
Konzept: Boyzie Cekwana & Nina Støttrup Larsen
Installation & Designrecherche: Nina Støttrup Larsen
Lichtdesign: Eric Wurtz
Video: Brian D McKenna
Musik: Sebastian Gimm, Time to time – 10 kleine negerlein (Bongo Mix)
Performance: Elisabeth Bohde, Torsten Schütte, Nina Støttrup Larsen, Boyzie Cekwana
Produktion: The Floating Outfit Project, Nina Støttrup Larsen
Diffusion & Booking: Colette de Turville
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, Theater Werkstatt Pilkentafel (Flensburg), KVS (Brüssel) und Creative Industries Fund NL
„Return to Sender“ ist gefördert im Fonds TURNder Kulturstiftung des Bundes.

HAU Hebbel am Ufer (HAU1)

Stresemannstr. 29
10963 Berlin

hebbel-am-ufer.de
Karte

Tickets: +49 (0)30 259 004 27
tickets@hebbel-am-ufer.de

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

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