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Aufnahme: 23.09.2017 , DOCK 11 (Video © Walter Bickmann)

Joanna Leśnierowska

blur

DOCK 11

Texte zur Produktion

Obwohl das Prinzip des Verschwimmens – „Blur“ – schon durch Leonardo da Vincis Sfumato-Technik in die europäische Malerei einzog, ist es erst seit Gehard Richter (in dessen Werk die Phänomene des Nicht-im-Fokus-Seins und der trüben Bilder eine so dominante Rolle einnehmen), dass die verschwommene Oberfläche zu einem der zentralen Motive sowohl in der bildlichen wie abstrakten Malerei, als auch der Fotografie und der heutigen postfotografischen Kunst wurde. Künstler*innen nutzen die Bedeutung des bewussten Verschwimmens in unterschiedlichen Kombinationen und verschiedenen konzeptuellen und technischen Strategien. Verschwommene Oberflächen, sich auflösende Konturen, trübe Erscheinungen, undefinierbare Motive zwischen Auftauchen und Verschwinden, chaotische Ansammlungen und eine konstante Überdosis von gleichermaßen bedeutenden und unbedeutenden Details, zerstreute Visionen und Bedeutungen sowie Aspekte von Farbe und Komposition, die in den Vordergrund rücken – mit all diesen Gestaltungsvarianten im Kopf sind wir auf die Bühne getreten, um die Möglichkeit des „Verschwimmens“ im Kontext von Körper und Choreographie zu untersuchen.

Die Recherche für das Solo haben wir gemeinsam mit Künstler*innen verschiedener Disziplinen entwickelt. Gemeinsam suchten wir nach einer Übersetzung von „Verschwimmen/Blur“ auf allen Ebenen der Bühnenperformance. „Verschwommen/blurred“ haben wir wörtlich als etwas, das außer Form geraten ist oder nicht in seiner Form bleiben kann, verstanden. Metaphorisch gesehen aber haben wir es als eine visuelle oder physikalische Repräsentation eines emotionalen und mentalen Zustands verstanden, in dem sich uns zuvor anerkannte und allgemein akzeptierte Bezugspunkte entziehen und wir sowohl auf mikrologischer wie makrologischer Ebene die fragmentierte Realität aus allerlei möglichen Daten, der wir konstant ausgesetzt sind, nur noch als Lärm und Echo von Ideen und Ideologien wahrnehmen können.

„blur“ ist ein neues Kapitel von „Exercises in Looking“ – einer Praxis, die von einem hopperesken Trio ins Leben gerufen wurde. Entstanden aus dem Interesse für zeitgenössische Malerei und (Post-) Fotografie und inspiriert von deren Theorien und Strategien, suchen wir im Stück nach der Möglichkeit, den Blick im Kontext von Bühne und Performance neu zu definieren.

[Quelle: www.dock11-berlin.de]

TFB Nr. 1099

Besetzung & Credits

Konzept und Gestaltung: Joanna Leśnierowska
Performance: Aleksandra Borys
Bühne und Kostüm: Michiel Keuper
Licht: Joanna Leśnierowska (in Anlehnung an Jan Maertens)
Sound und technische Umsetzung: Łukasz Kędzierski
Stimmcoaching: Katarzyna Sitarz
Graphik: Michał Łuczak
Produktion: Joanna Leśnierowska
Koproduktion: Art Stations Foundation by Grażyna Kulczyk
Unterstützt durch: wpZimmer Antwerp, Visegrad Artist Residency Program for Performing Arts (VARP-PA)

DOCK 11

Kastanienallee 79
10435 Berlin

dock11-berlin.de
Karte

Tickets: (030) 448 12 22
ticket@dock11-berlin.de

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

Joanna Leśnierowska / Trailer und Videodokumentationen

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