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Duet
Aufnahme: 14.12.2012 , HAU Hebbel am Ufer (HAU2) (Video © Walter Bickmann)

Sergiu Matis, Vlaicu Golcea

Duet

HAU Hebbel am Ufer (HAU2)

Texte zur Produktion

Die Darsteller sind von Mikrofonen, Lautsprechern, Instrumenten und ihren eigenen Stimmen umgeben. Musik scheint Kontrolle über die Körper zu gewinnen und verleiht dem Performer mit jedem Song ein anderes Gesicht. Die Spannung löst sich im Tanz. Der Komponist und Jazz-Musiker Vlaicu Golcea arbeitet in Bereichen wie Musiktheater, zeitgenössischer Tanz, Film und Multimedia. Sergiu Matis lebt seit 2008 in Berlin, arbeitet unter anderem mit Sasha Waltz & Guests und ist Student des Masterstudienganges Solo/Dance/Autorship am HZT (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz) Berlin.

„Wir fingen zu improvisieren an – so haben wir uns auf der Bühne mehr und mehr kennengelernt“
Mihaela Michailov im Gespräch mit Sergiu Matis und Vlaicu Golcea (2011)

Hattest Du bisher schon in Projekten mit Live-Musik als Hauptkomponente gearbeitet?
Sergiu Matis: Ja, aber ich war nicht derjenige, der die meiste Verantwortung trug, um „Musik zu machen“. Ich habe auf der Bühne in verschiedenen Shows gearbeitet und meist Schlagzeug oder andere Schlaginstrumente gespielt, hatte aber das Glück, mit Kollegen zu arbeiten, die musikalisch viel begabter als ich waren, so dass ich immer die einfachsten oder die kürzesten Teile spielte. Die Arbeit mit Stimme und Text war mir auch vor der Zusammenarbeit mit Vlaicu Golcea nicht fremd, aber diesmal habe ich mir vorgenommen, tatsächlich Musik zu machen. So ist aus dem Spektakel ein Konzert entstanden … mehr oder weniger.

Was war die größte Herausforderung in der Arbeit mit Vlaicu Golcea und wie ist es gelaufen? Hat die körperliche Anwesenheit von Vlaicu auf der Bühne auch deine körperliche Dynamik beeinflusst?
Sergiu Matis: Wir kannten uns vorher nicht und die Zeit vor den Proben war sehr kurz. Es war für mich eine große Herausforderung, auf einem musikalisch akzeptablen Niveau zu sein, neben einem Musiker, der mit großartiger Natürlichkeit von einem Instrument zum anderen wechselt. Die Idee des Konzerts als Performance war von Anfang an mit einer gewissen Ironie versehen. Wir haben angefangen zu improvisieren – so haben wir uns auf der Bühne mehr und mehr kennengelernt – und so sind wir dazu gekommen, schon am ersten Tag den Entwurf für einige Stücke zu haben. Wir haben sehr schnell festgestellt, dass wir uns zusammen sehr wohl fühlen und dass es Chancen gibt für das Projekt. Vlaicu spielte die Instrumente, ich setzte meine Stimme und meinen Körper ein. Wir sind zu einem Duo geworden, zu einer Band. Wenn wir das Konzert machen, machen wir die Musik zusammen und ich tue mein Bestes, auch Musiker zu sein.

Kann man, aus deiner Sicht, von einer Klangdramaturgie in diesem Performance-Konzert sprechen?
Vlaicu Golcea: Meiner Meinung nach kann man bei dieser Performance nicht von einer Klangdramaturgie sprechen, ich würde ein bisschen übertreiben und würde es eher eine tönende Bühnenmalerei nennen. Ich glaube, die Rolle der Musik war es, die Empfindungen zu „manipulieren“, weil das Konzert keinen deutlichen dramaturgischen Weg verfolgte, sondern wir haben das eher als ein „Spiel“ betrachtet. Aus dieser Perspektive musste auch die Musik eine Serie von emotionalen Zuständen hervorrufen, die vom Publikum aufgenommen werden und die gleichzeitig von Sergiu in körperliche Energie umzusetzen waren.

Beeinflusst deine Anwesenheit auf der Bühne das musikalische Konzept der Performance?
Vlaicu Golcea: Ich hoffe nicht. Auf der anderen Seite, nicht einmal aus theoretischer Sicht wäre das nicht möglich. Es ist sehr lebendig und sehr schön, dass zwei Menschen eine Bühne teilen, jeder verletzlich und gleichzeitig abhängig von der Energie oder Empathie des anderen, und das Format des Konzerts führt zu einer „Gleichstellung“ der zwei Künste.

[Quelle: Abendzettel]

Besetzung & Credits

Von und mit: Sergiu Matis und Vlaicu Golcea
Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung, The National Dance Centre Bucharest, das Rumänische Kulturinstitut Berlin und The Romanian Association for Performing Arts.
In Zusammenarbeit mit dem Rumänischen Kulturinstitut Berlin. Mit freundlicher Unterstützung durch die Allianz Kulturstiftung, das Goethe-Institut, die Rumänische Botschaft in Berlin und Caminul Cultural Bukarest.

HAU Hebbel am Ufer (HAU2)

Hallesches Ufer 32
10963 Berlin

hebbel-am-ufer.de
Karte

Tickets: +49 (0)30 259 004 27
tickets@hebbel-am-ufer.de

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

Sergiu Matis / Trailer und Videodokumentationen

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