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Aufnahme: 01.06.2012 , DOCK 11 (Video © Walter Bickmann)

Yoshiko Waki, Thomas Langkau

FOREVER YOUNG – Die Zwei von der Tanzstelle

DOCK 11

Texte zur Produktion

Die Zwei von der Tanzstelle, das sind Yoshiko Waki und Thomas Langkau. Mit 20 auf der Suche nach der richtigen Ausbildung, mit 30 nach einem guten Job, mit 40 nach der verlorenen Zeit, mit 50 nach einer Perspektive und dem dazu passenden neuen Partner. Wer im Tanz eine Karriere geschafft hat, ist danach – meistens – geschafft. Wer, wie sie beide, den letzten Absprung verpasst hat, hat auch die letzte Landung verpasst. Wie hätten sie auch landen sollen? Als Animateur, Atemtherapeut, Theaterpädagoge, Leichenschausteller?

Er (53) und sie (46) hätten das kleine Sterben, ihren Bühnentod, längst bequem selbst inszenieren können, wenn sie nicht beharrlich auf ihre mageren sieben Jahre Vorrat bestanden hätte und meinte, sie müsse noch nicht sterben, solange er lebe. Er aber, groß geworden im Schutz und Schatten staatlicher Subvention, drehte weiterhin achtlos über die Bretter. Beide in der stillen Hoffnung, das große Sterben und das kleine fielen eines schönen Tages bei laufender Vorstellung unter dezentem Szenenapplaus der bezuschussten Audienz gemeinsam in den Orchestergraben. Sie sind, sie wissen es nicht, zwei Selbstdarsteller ohne Selbst. „Wir würden uns ja verändern wollen,“ sagt er. „Wenn er würde, ich würde ja auch,“ sagt sie. „Ich könnte ja zum Beispiel dies,“ sagt er. „Du könntest ja zum Beispiel das,“ sagt sie. „Wir könnten, wenn wir wollten – und wir wollen.“ Vielleicht sind sie die, die sie waren. Vor 25 Jahren, als sie sich kennen lernten, hatten sie zu einer Bewegung angesetzt, die ausblieb. Beide sind sich sicher: Dieser ungetanzte Tanz sollte alles verändern. Wie auch immer, die Zwei von der Tanzstelle tanzen – auf der Stelle…

Etwas über Yoshiko Waki und Thomas Langkau zu schreiben, beginnt häufig mit der Formel: „Es war einmal…“ Jahrzehntelang standen sie auf der Besetzungsliste der Tanz-Märchenwelt ganz weit oben und erlebten alles – vom Covergirl in tanzaktuell bis zum Ballettdirektor am Stadttheater. Sie mussten nicht darauf warten, von der Muse geküsst zu werden. Sie waren Musen und küssten selbst. Wie gesagt: Was mit „Es war einmal“ beginnt, endet häufig mit „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tanzen sie noch heute“ oder in diesem speziellen Fall ihrer „Märchen-Haft“ mit „Und wenn sie heute nicht mehr tanzen, dann sind sie gestorben…“

Besetzung & Credits

Von und mit: Thomas Langkau und Yoshiko Waki
Die Premiere wurde gefördert durch den Fonds Darstellende Künste und das Bezirkskulturamt Pankow.
Eine Produktion von bodytalk in Koproduktion mit LOFFT.Leipzig.
Gefördert durch die Stadt Leipzig, Kulturamt.

DOCK 11

Kastanienallee 79
10435 Berlin

dock11-berlin.de
Karte

Tickets: (030) 448 12 22
ticket@dock11-berlin.de

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

Thomas Langkau / Trailer und Videodokumentationen

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