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Aufnahme: 17.04.2009 , DOCK 11 (Video © Walter Bickmann)

Maren Witte

Grazie

DOCK 11

Texte zur Produktion

Thema des Abends ist es, die Zusammenhänge der Begriffe von Anmut und Gnade (engl. beide „grace“) in Bezug auf den Tanz aufzuspüren. Beide Begriffe spielten einst im Ballett ein zentrale Rolle – und tun es in anderer Weise noch heute. Darüber hinaus stellt sich die Frage, in welcher Eingebundenheit ein so „altes“ und „altertümliches“ Thema wie „grace“ heute verhandelt wird.

„Anmut und Gnade sind flüchtige Momente in Situationen, die sich stets auf der Schwelle zwischen Auftauchen, Verschwinden und Erinnerung befinden. Sie ereignen sich im sozialen Miteinander einer Gesellschaft, die Gnade gewährt oder ablehnt, Anmut verehrt oder verteufelt.

In einer künstlerischen Versuchsanordnung erforsche ich den Begriff und die dahinter stehenden Konzepte von „Grace“. Die Diskurse, die mich an diesem Thema interessieren, sind ästhetische, gesellschaftliche und religiöse. In meinem Projekt schaffe ich Situationen, in denen wir den Körper in Bewegung an die Grenzen (und darüber hinaus!) dessen bringen, was als „anmutig“ wahrgenommen wird. Ich werde sowohl innerhalb des Projekts wie auch unter Einbeziehung des Publikums erforschen, inwieweit gesellschaftliche und psychologische Strukturen unser Urteil in ästhetischen Fragen bestimmen. Darüber hinaus will ich untersuchen, was passiert, sobald zwei oder mehr Körper musikalisch-tänzerisch miteinander interagieren: Wie ordnen und situieren sich Kriterien von Schönheit, Macht und Geschlecht innerhalb solcher Gefüge?

Ich will Situationen schaffen, in denen „Grace“ möglich wird. Eine Möglichkeit in der Herstellung wie in der Wahrnehmung, in An- wie in Abwesenheit. Um dafür geeignete Situationen und Bedingungen zu schaffen, konzentriere ich mich auf Musik und Tanz, weil Körper sich hier unmittelbar zeigen und miteinander inter/agieren.“
Maren Witte

Der Abend wird sich in drei Bereiche teilen:
Das Publikum wird zum einem zur Betrachtung eingeladen.

Zweitens: Information für das Publikum. Maren Witte informiert mit verschiedenen Materialien über die Hintergründe dieser Thematik. Diese Situation ist wie im Museum, installativ, mit Zeit zur Lektüre und Information.

Drittens: Kommunikation. Mittels eines Gesprächs findet ein Austausch zwischen den Agierenden und dem Publikum statt.

Im Anschluss an die Performance findet ein Konzert mit Richard Scott statt.

Besetzung & Credits

Konzept / Leitung: Maren Witte
Tanz: Johanna Chemnitz, Caroline Allaire
Musik: Richard Scott
Dramaturgische Beratung: Christiane Berger
Bühne / Dokumentation: Wolfgang Ranft

DOCK 11

Kastanienallee 79
10435 Berlin

dock11-berlin.de
Karte

Tickets: (030) 448 12 22
ticket@dock11-berlin.de

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