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Aufnahme: 11.08.2018 , Tanz im August | HAU 1 Hebbel am Ufer (Video © Walter Bickmann)

La Veronal

Pasionaria

Tanz im August | HAU Hebbel am Ufer (HAU1)

Texte zur Produktion

Eine Passion bezeichnet zugleich Handlung und Stillstand, Leiden und Freude, Liebe und Tod. In „Pasionaria“ sucht Marcos Morau nach dem roten Faden, der diese höchst unterschiedlichen Kräfte verbindet, und spürt zugleich ihren heterogenen Bedeutungen nach. Bekannt geworden sind der spanische Choreograf und seine Kompanie La Veronal durch ihre Erzählkraft und ihren interdisziplinären Zugriff. In ihrer neuen Produktion ergründen sie das, was den Menschen menschlich macht, was aber von Wissenschaft und Moral marginalisiert wird: seine Wünsche und Begierden, Träume und Leidenschaften.

Marcos Morau, geboren 1982 in Valencia, studierte Choreografie in Barcelona, Valencia und New York. Seine künstlerischen Fähigkeiten reichen über den Tanz hinaus zu Fotografie und Theater. 2005 gründete er die Kompanie La Veronal, der Künstler*innen aus Tanz, Film, Fotografie und Literatur angehören, die seitdem international erfolgreich tourt. Morau wurde u.a. mit dem National Dance Award 2013 des Spanischen Kulturministeriums ausgezeichnet und arbeitete auch als Gastchoreograf für andere Kompanien wie Compañía Nacional de Danza, Spanien, Scapino Ballet Rotterdam, GöteborgsOperans Danskompani, Schweden und Hessisches Staatsballett, Darmstadt / Wiesbaden. 2014 und 2015 war La Veronal bereits mit den Stücken „Siena“ bzw. „Voronia“ bei Tanz im August zu Gast.

laveronal.com
tanzimaugust.de

„Wer die Kinder beherrscht, beherrscht die Zukunft“
aus „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq

Stellen Sie sich diesen Ort vor, über den alle sprechen. Der Ort in den wir die jetzige Welt verwandeln werden. Die Welt, die das Ergebnis all unserer Anstrengungen der vergangenen Jahre ist. Dieser Ort, den wir Fortschritt nennen. Man könnte diesen Ort, diesen Planeten, Pasionaria nennen. Wesen, die uns ähneln, die genau dafür geschaffen wurden, uns zu ähneln, leben dort. Was wir Leben nennen ist zu einer künstlichen Landschaft geworden und ihre Bewohner*innen haben sich zu elektronischen Spielzeugen gewandelt, denen jegliche Form der Leidenschaft abhanden gekommen ist.

Die Gegenwart, in der wir leben, lässt uns eine Zukunft erahnen, in der wir nichts mehr empfnden. Eine Zukunft, in der wir nicht mal mehr danach streben, uns von anderen zu unterscheiden oder zu fühlen, dass wir unser Leben leben. Der Dichter Leopoldo María Panero schrieb: „Ich zerstöre mich, um zu wissen, dass ich ich bin und nicht all die anderen.“ Wir wissen, dass Schmerz und Leidenschaft uns von Robotern und Statuen unterscheidet. In diesem Stück nutzen wir diese starren Körper, um uns selbst zu betrachten, Unterschiede zu finden und zu entdecken, warum wir noch leben.

„Pasionaria“ hinterfragt die emotionale Distanziertheit, auf die wir uns zubewegen. Eine Auseinandersetzung mit der Vorstellung von Fortschritt, die man uns aufzwingt. Die künstliche Welt, in die wir gedrängt werden und mit Gewalt geschmissen werden, in der Individualismus und moralische Feigheit die jetzige Welt zu einer Ansammlung wehrloser Erwachsener macht. Eine Zukunft, die offensichtlich zu weit weg ist.
La Veronal, Juni 2018

[Quelle: Abendzettel]

TFB Nr. 1211

Besetzung & Credits

Konzept, Künstlerische Leitung, Choreografie: Marcos Morau
Choreografieassistenz: Lorena Nogal
Künstlerische und Dramaturgische Beratung: Roberto Fratini, Celso Giménez
Von und mit: Àngela Boix, Chey Jurado, Ariadna Montfort, Núria Navarra, Lorena Nogal, Shay Partush, Marina Rodríguez, Sau-Ching Wong
Bühne: Max Glaenzel
Kostüm: Silvia Delagneau
Kugelbauten Kostüm: Goretti Puente
Masken & Requisiten: GADGET Efectos Especiales
Helme: Ricardo Vergne
Prothesen: Martí Doy
Werkstatt Kostüm: María Carmen Soriano
Schuhe: Natalio Martín
Sound: Juan Cristóbal Saavedra
Video: Joan Rodon, Esterina Zarrillo
Licht & Technische Leitung: Bernat Jansà
Technische Assistenz & Spezialeffekte: David Pascual
Repetition: Estela Merlos
Produktionsleitung: Juan Manuel Gil Galindo, Cristina Goñi Adot

Eine Koproduktion von Tanz im August.

Koproduktion: Tanz im August / HAU Hebbel am Ufer Berlin, Teatros del Canal Madrid, Théâtre National de Chaillot Paris, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Sadler’s Wells London, Temporada Alta – Festival de Tardor de Catalunya Girona, Grec 2018 Festival de Barcelona – Institut de Cultura Ajuntament de Barcelona, Oriente Occidente Dance Festival Rovereto
In Zusammenarbeit mit: El Graner Centre de Creació, Mercat de les Flors Barcelona
Unterstützt von: INAEM – Ministerio de Educación Cultura y Deporte de España, ICEC – Departament de Cultura de la Generalitat de Catalunya
Mit freundlicher Unterstützung des Institut Ramon Llull und des Instituto Cervantes.

Tanz im August 2018
Künstlerische Leitung: Virve Sutinen
Produktionsleitung: Isa Köhler
Produktionsleitung & Assistenz der Künstlerischen Leitung: Marie Schmieder
Kuratorin & Projektleitung: Andrea Niederbuchner
Produktionsassistenz: Alina Sophie Lauer
Technische Leitung: Patrick Tucholski
Tanz im August ist ein Festival des HAU Hebbel am Ufer, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

HAU Hebbel am Ufer (HAU1)

Stresemannstr. 29
10963 Berlin

hebbel-am-ufer.de
Karte

Tickets: +49 (0)30 259 004 27
tickets@hebbel-am-ufer.de

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

La Veronal / Trailer und Videodokumentationen

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