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Aufnahme: 29.09.2016 , Uferstudios (Video © Walter Bickmann)

Tanzcompagnie Rubato

Voltage / ZERO

Uferstudios

Texte zur Produktion

tanzcompagnie-rubato.de

An. Aus. Dafür. Dagegen. Plus. Minus. Spannung. Entspannung. Voltage / ZERO. Unvereinbarkeiten? Welches Potential des „Möglichen“ steckt im Konflikt, im Dissens von Meinungen, Empfindungen, Haltungen, Handeln?

Die Reflektion gesellschaftlicher Umstände und ihre Transformation in künstlerisches Handeln prägen seit mehr als 30 Jahren die Arbeit der Tanzcompagnie Rubato. Mit der Uraufführung Voltage / ZERO bringen Jutta Hell und Dieter Baumann eine Trilogie zum Abschluss, in deren Fokus der Begriff der Kontingenz steht. Kontingenz, im Gegensatz zum Konzept des Konsenses, verhandelt die Konflikte, die Differenzen, die eigenen Wahrnehmungen immer neu. Es gibt keine festen Positionen. „Mit diesem Konzept der Offenheit antwortet Rubato auf die Schlüsselfrage: Wie bleiben wir angesichts der immer komplexer werdenden Krisensituationen handlungsfähig?“ (Johannes Odenthal)

Konflikterfahrungen sind nicht abstrakt. Sie finden in konkreten Situationen statt, haben mit Emotionen, Menschen, Objekten, Räumen … zu tun. Der Körper und die Interaktion zwischen Körpern sind das Feld, auf dem Konflikte und Spannungen oft erst sichtbar werden und ausgetragen werden. Von der Geste bis zur offenen Gewalt reicht das Spektrum körperlicher Aktions- und Reaktionsmuster.

Aus der praktischen Recherche von Konfliktkonstellationen und Konfliktmustern, der Untersuchung von Entstehungsmotiven und Verläufen von Konfliktsituationen, entstehen vielschichtige und differenzierte Handlungs- und Bewegungsmotive.
In welchen Maskierungen und Verkleidungen treten Konflikte und Spannungen zutage? Welche Bewegungssprache benutzen wir, um sie auszutragen? Welche physischen Stufen der Auseinandersetzung gibt es? Was passiert, wenn Körper aufeinanderprallen? Wie ist es, wenn Konflikte umgelenkt, abgelenkt oder befriedet werden? Was bedeutet es für uns, wenn wir Spannungssituationen über längere Zeit ausgeliefert sind? Wie schmeckt die Erfahrung, einen Konflikt gemeistert, überwunden zu haben?

Voltage / ZERO zeichnet das Erfassen dieses Phänomens durchaus als erschöpfende Suche: vor dem Konflikt ist nach dem Konflikt ist vor dem Konflikt.

RUBATO / Jutta Hell und Dieter Baumann: Die Berliner Tanzcompagnie RUBATO wurde 1985 von den Tänzer/Choreografen Jutta Hell und Dieter Baumann gegründet. Bis heute entwickelten sie in unterschiedlichsten Künstlerkonstellationen und Kulturen 56 abendfüllende Stücke, die auf zahlreichen Tourneen rund um die Welt gezeigt wurden. 1989 – 92 arbeiteten sie mit Gerhard Bohner zusammen und erhielten 1992 den Förderpreis für Darstellende Kunst der Akademie der Künste Berlin. 1993, 1997 und 2005 entstanden Koproduktionen mit dem „steirischen herbst“ in Graz.

Seit 1995 bis heute kontinuierliche Arbeitsaufenthalte und Ko-Produktionen in China (Guangdong, Peking, Hongkong, Shanghai, Shenyang, Yunnan Province). Seither entstanden u.a. das internationale Projekt „Duty Free“ (2001) mit Tänzerlnnen aus China, Estland, Kanada und Deutschland, sowie „Person to Person“ (2002), ein Duett mit Dieter Baumann und der chinesischen Startänzerin Jin Xing, 2003 „zukunft_erinnern_Baumann_Bohner_Solo mit Videofragment“ (im Auftrag der Akademie der Künste, Berlin). Im Frühjahr 2004 wurde in den USA das Stück „America! question“ mit sechs amerikanischen TänzerInnen entwickelt und tourte dort in Atlanta, Houston, San Francisco, Boston, New York. 2005 wurden zwei Auftragswerke für das Berliner Haus der Kulturen der Welt realisiert: SHANGHAI BEAUTY mit 14 chinesischen TänzerInnen und EIDOS_TAO mit 5 chinesischen TänzerInnen. 2006 war die Produktion SHANGHAI BEAUTY erfolgreichste Produktion im Schweizer STEPS – Festival. 2007 Künstler-Kooperation mit mes:a Art Collective, Cardiff und Taliesin Art Centre, Swansea, Wales/UK. Die Kulturstiftung des Bundes ermöglicht 2009 und 2010 ein Projekt mit sechs unabhängigen Tänzern/Choreografen aus Shanghai, Peking und Guangzhou. Das Stück: „Look at me, I´m Chinese“ entsteht und wird beim Internationalen Tanzfest Berlin „Tanz im August“ im RADIALSYSTEM V uraufgeführt. „The Swatch Art Peace Hotel Residency Program“ wählt 2012 die Tanzcompagnie Rubato, Hell und Baumann, als erste Choreografen/Tänzer, für eine viermonatige Residenz in Shanghai aus.“Two Figures in a Landscape“ und „Happiness“ entstehen in Kooperation mit der Tänzerin/Choreografin Li Ling Xi und dem britischen bildenden Künstler Jonathan Baldock. Das Video „Two Figures in a Landscape“ wird 2015 auf der Biennale di Venezia präsentiert.

2015 feiert die Tanzcompagnie Rubato ihr dreißigjähriges Bestehen. „Uncertain States“, ein Stück für 5 TänzerInnen und das Duett „Wiederholung und Differenz“, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, entstehen. Die Tanzcompagnie Rubato wird seit vielen Jahren kontinuierlich durch die Förderung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, unterstützt.

Mercedes del Rosario Appugliese wurde 1979 in Mendoza, Argentinien geboren. Mit einem Stipendium der Stiftung Julio Bocca und der Stiftung Antorcha ging sie nach Buenos Aires, um klassischen und zeitgenössischen Tanz sowie Tango Argentino zu studieren. Mercedes blickt mittlerweile auf rund 20 Jahre professionelle Bühnenerfahrung im Bereich Ballett und zeitgenössischem Tanz zurück. Unter anderem arbeitete sie für Ana Maria Stekelman als Tänzerin der Cie. Tangokinesis (Buenos Aires 2001 -2006), für die Cie. Toula Limnaios (Berlin 2007 -2010) und mit der Tanzkompagnie Rubato (Berlin 2011 – 2016). Mit Florian Bilbao gründete sie im Januar 2012 die Kompanie „A+B TANZBAU“. Mercedes Appugliese ist als Dozentin im Bereich Kindertanz für Kinder im DOCK 11, sowie im Bereich zeitgenössischer Tanz für Erwachsene an der TU Berlin tätig. Mercedes ist regelmäßig auch im Ausland tätig. In den Jahren 2013/2014 unterrichtete sie beispielsweise zeitgenössischen Tanz im Dubai Community Theatre & Arts Centre (Dubai, VAE). Mercedes Appugliese wurde im Laufe ihrer Ausbildung und Karriere mit vielen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1999 Silbermedaille im klassischen Ballett, Kategorie „Solo“, der „Lateinamerikanischen Vereinigung für Tanz“. 2001 Auszeichnung der künstlerischen Arbeit, Gemeindeverwaltung Lavalle, Mendoza, Argentinien. 2008 Auszeichnung der künstlerischen Arbeit, Kunstinstitut von „Lita Tancredi“, Gemeindeverwaltung Lavalle, Mendoza, Argentinien. www.mercedesappugliese.com, www.tanzbau.eu

Carlos Osatinsky geboren in Argentinien. Ee begann während seines Physikstudiums zu tanzen und graduierte später an der Taller de Danza Contemporánea des Teatro General San Martín in Buenos Aires. Er hat u.a. bei Haichi Akamine, Marina Giancsparo und Beatriz Lábatte studiert, sowie zur Zeit bei Susan Klein und war Mitglied verschiedener Gruppen und Projekte in Argentinien. Seit dem Jahr 2000 hat er seine Basis in Europa und trat u.a. in Arbeiten von Fernando Hurtado, Fernando N. Pelliccioli, Trinidad G. Espinosa, Arnd Müller, Janet Rühl, Helena Lizari (Spanien), Davide Camplani, Tomi Paasonen (Berlin), Andrea K. Schlehwein (Österreich), Heike Hennig (Leipzig), Jonathan Martineau (Spanien), Zufit Simon (Berlin), Silvina Koss und Proyecto FACE (Argentinien), sowie bei der Tanzcompagnie Rubato (Berlin) auf. Zwischen 2004 und 2007 war er festes Mitglied der Cie. Toula Limnaios (Berlin). Bis 2014 arbeitete er hier weiter als Assistent und Gasttänzer. Carlos unterrichtet Tanzklassen und Workshops in Südamerika, Europa und Asien. Darüber hinaus entwickelt er seine eigenen szenischen Projekte in intensiver Zusammenarbeit mit Fernando N. Pelliccioli. www.ferychar.wix.com/site.

Anja Sielaff ist 1979 in Berlin geboren. Sie hat an der Theaterschool in Amsterdam Modernen Tanz studiert (Bachelor 2005) sowie ein Grundstudium für Mime / Bewegungstheater absolviert. Seit 2004 arbeitet sie mit verschiedenen Choreografen und Regisseuren, tanzt und spielt in Europa und in den USA, u.a. mit Jeremy Wade, Meg Stuart, Jakop Ahlbom, Dries Verhoeven, Kat Valastur, Guy Weizman, Lara Kugelmann, Willi Dorner und Kirsten Burger / Oper Dynamo West. „Voltage / ZERO“ ist ihre zweite Produktion mit der Tanzcompagnie Rubato. Ihr eigenes Stück „Doppelbelichtung“ hatte 2008 Premiere im Lindengracht – Theater in Amsterdam, ihr Solo „X:rayed“ wurde in den Sophiensaelen bei den Tanztagen 2009 in Berlin uraufgeführt. Anja unterrichtet seit 2006 Tanz und Bewegung für Erwachsene und Kinder in eigenen Kursen sowie an staatlichen Schulen und choreografiert zunehmend für Tanz- und Theaterstücke. Derzeit ist sie in der Ausbildung zur Tanztherapeutin. Anja ist Mutter von 2 Kindern. www.anjasielaff.de

Besetzung & Credits

Künstlerische Leitung, Idee, Bühne: Jutta Hell, Dieter Baumann
Inszenierung, Choreografie, Kostüm: Jutta Hell
TänzerInnen, Choreografie: Mercedes Appugliese, Anja Sielaff, Dieter Baumann, Carlos Osatinsky
Musik: Da Bao
Lichtdesign: Fabian Bleisch
Kommunikation: k3 berlin
Eine Produktion der Tanzcompagnie Rubato, Berlin, mit freundlicher Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V. Berlin, in Kooperation mit Studio Sonic und Uferstudios Berlin.

Uferstudios

Uferstr. 8/23
13357 Berlin

uferstudios.com
Karte

Tickets: reservix.de

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

Tanzcompagnie Rubato / Trailer und Videodokumentationen

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