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Aufnahme: 18.10.2014 , DOCK 11 (Video © Walter Bickmann)

Clébio Oliveira

XXX – ein Versteckspiel

DOCK 11

Texte zur Produktion

Im Stück wird die Erlebniswelt von Analphabeten unter die Lupe genommen. Viele Analphabeten leben anonym – ihr Umfeld weiß nichts von ihren Lese- und Schreibschwierigkeiten. Aus Scham und Verzweiflung spinnen sie sich ein hochkomplexes Netz aus Versteckspielen, Lügen und Komplizenschaften. Die aufgebrachte Kreativität ist faszinierend und zugleich verhängnisvoll in ihrer Konsequenz für die Betroffenen. Ist es möglich einen körperlichen Ausdruck für die Erfahrungen und das Verhalten von Menschen zu finden, die sich fernab von Lesen und Schreiben alternative Möglichkeiten zur Orientierung und Kommunikation geschaffen haben? Die aufrüttelnde Performance reflektiert mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten im Spannungsfeld zwischen unserer schriftbasierten Gesellschaft, bildungspolitischem Ehrgeiz und persönlicher Scham.

Der Tänzer und Choreograph Clébio Oliveira wurde in Brasilien in Natal geboren und ist Absolvent der Centro Universitário da Cidade in Rio de Janeiro. Er tanzte von 2004 – 2008 für Deborah Colkers renommierte Tanzkompanie in Europa, Asien und Südamerika und zu Letzt von 2008 – 2010 für die Company. Toula Limnaios. Als Choreograph kreierte er Stücke für die Tanzkompanien von Carlota Portella, Teatro Alberto Maranhao, De Anima Ballet Contemporanea, die Contemporary Dance Group der Bolshoi Tanzschule in Brasilien, sowie in Köln und für das Ballett Kiel. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so im Jahr 2006 als er von der Tageszeitung „Jornal do Brasil“ mit dem Preis „Best Choreographer“ ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2011 war er der Gewinner der „National Choreographic Competition“ der Hubbard Street Dance Company Chicago. Dort hat er im September 2011 sein Stück „The fantastic escape of the little Buffalo“ für dieses weltweit bekannte Ensemble kreiert. Seit 2008 zeigt Clébio jährlich ein neues Tanzstück in Berlin. Bisher wurden in Berlin gezeigt: Dona José (2008), Milchstraße (2011), Abyssal Zone (2012), UGLY (2013). In den Spielzeiten 11/12 und 13/14 arbeitete Clébio am GRIPS Theater Berlin und am Staatstheater Stuttgart. 2012 wurde er als Hoffnungsträger Choreographie im Jahrbuch des Magazin Tanz porträtiert.

Salvatore Siciliano wurde 1989 in Cosenza (Italien) geboren. Er begann seine klassische Ballettausbildung an der New World Ballet School. In Mailand erhielt er im Juni 2012 ein Diplom an der Susanna Beltrami Academy. Er studierte ebenfalls mehrere Jahre Klavier und Malerei an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. 2011 tanzt er in der Susanna Beltrami Company. 2012 ist er Teil der Dagipoli Dance Theatre Company und 2013 tanzt er für Creart Theatre. Zur gleichen Zeit gibt er sein Debüt in Griechenland und Italien mit seiner eigenen Show „Arena Nike“.

Valentina Migliorati wurde am 1986 im italienischen Brescia geboren. Im Alter von sechs Jahren nahm sie Unterricht in rhythmischer Gymnastik, und blieb dieser Sportart neun Jahre lang treu. Über die Gymnastik lernte sie auch das Ballett kennen, und entdeckte so ihre wahre Leidenschaft für den Tanz. 2003 beschloss sie sich dem modernen und zeitgenössischen Tanz zu widmen. In ihrer Heimatstadt studierte sie bei Valentina Nadja Bussjen und Valentina Benedetti klassisches Ballett. Im Jahr 2008 wurde sie in der Dance House Academy von Susanna Beltrami in Mailand aufgenommen.Während ihres dreijährigen Studiums wurde sie mit der Vaganova und Cunningham Methode vertraut und wurde in modernen und zeitgenössischen Techniken, physischem Theater und Improvisation, Choreographischer Analyse, sowie Geschichte und Techniken der Musik ausgebildet. Ihre Lehrer waren unter anderem Carmen Ragghianti , Davide Montagna sowie Matteo Bittante. Ihr Studium schloss sie im Jahre 2011 ab.Im Anschluss an ihr Studium wurde Valentina für die Kompanien Studio Festi und Contro Rilievi in Mailand und Genua engagiert. Im Februar 2012 tanzte Valentina Migliorati für die Show „613“ der ShamCompany im Auftrag der Cultural Association Azerbaijan.Beim internationalen Tanzwettbewerb Danza in Vetrina in Treviso wurde sie erst Platzierte in der Choreographie „Come with me far away from this noise“ von Valentina Benedetti. Seit September 2012 lebt Valentina in Berlin. Hier konnte sie bereits unter der Regie von Laura Soria in Park Bennet Films und in einem choreographischen Tanzvideo des Choreographen Kianì del Valle auftreten.

Michela Rossi wurde 1987 im italienischen Lecco geboren. Im Alter von 6 Jahren machte Sie ihr ersten Erfahrungen im klassischen Ballett. Als Erwachsene besuchte sie verschieden zertifizierte Studiengänge und Workshops in New York, u.a. an den Akademien Merce Cunnigham, Martha Graham, Alvin Ailey und Steps on Broadway. Von 2009 – 2012 besuchte sie die Susanna Beltrami Academy in Mailand, die sie mit Auszeichnung abschloss. Während ihrer Studienzeit nahm sie an Seminaren mit Ana Presta (William Forsythe) und Paolo Mangiola (Wayne McGregor) teil. Sie arbeitete mit den Choreographen Susanna Beltrami, Matteo Bittante, Costantino Pirolo and with Davide Mountain in „Orpheus & Eurydice“ von Pina Bausch. Seit September 2013 lebt Michela als freischaffende Tänzerin in Berlin.

Die 1978 in Berlin geborene Thurid Peine studierte Bühnen- und Kostümgestaltung bei Professor Hans Schavernoch an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz. Sie hospitierte bei mehreren Hans Neuenfels-Produktionen und assistierte bei den Bühnenbildnern Reinhard von der Thannen, Johannes Schütz u.a. Anschließend arbeitete sie zuerst als Ausstattungsassistentin am Staatstheater Nürnberg und dann als freie Bühnenbildassistentin am Volkstheater Wien. Seit 2000 erarbeitete Thurid Peine eigene Bühnen- und Kostümbilder, u.a. am Staatstheater Nürnberg, am Markgrafentheater Erlangen, am Stadttheater Wilhelmshaven, am Landestheater Salzburg, an der Oper Leipzig, am Stadttheater Augsburg, an der Staatsoper Stuttgart sowie zu Letzt für das Nationaltheater Weimar und das GRIPS Theater in Berlin.

Der italienische Sänger und Komponist Matteo Niccolai ist unter seinem Künstlernamen Matresanch bekannt. Seine Karriere begann er zunächst als Opernsänger, zwischen 2005 und 2008 trat er in mehreren Opernproduktionen in Italien auf. Den Fans elektronischer Musik ist er durch die italienische Band Monverpix bekannt, deren Sänger und Produzent er von 2010 – 2012 war. Danach war er für zwei Produktionen, „Quel Tipaccio Di Mraccio“ (2012) und „Adesso o Mai Più“ (2013) Mitglied des Musical-Ensembles „Musicalmente aus Genua in Italien. Seit seinem Abschluss in elektronischer Musikproduktion und Performance an der Berliner db’s Music School konzentriert er sich hauptsächlich auf das Komponieren elektronischer Musik. 2014 produzierte Matresanch für den italienischen Choreographen Salvatore Siciliano und dessen Stücke „NO END“ und „The World In The Void Out There“ bereits schon zweimal die Musik zu einem Tanzstück.

[Quelle: www.dock11-berlin.de]

Besetzung & Credits

Konzept / Choreographie: Clébio Oliveira
Kreation / Tänzer: Salvatore Siciliano, Valentina Migliorati, Michela Rossi
Bühne / Kostüm: Thurid Peine
Komponist / Musik: Matresanch
Licht / Technik: Asier Solana, Aurora Rodriguez
Produktionsleitung / PR: Roland Wolf, Dunja Sallan
Förderer: Bezirksamt Pankow von Berlin Amt für Weiterbildung und Kultur, FB Kunst und Kultur
Ein Kooperationsprojekt mit schloss bröllin e.V. / Gefördert vom: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Danke an: Lesen und Schreiben e.V., Theaterhaus Mitte Berlin

DOCK 11

Kastanienallee 79
10435 Berlin

dock11-berlin.de
Karte

Tickets: (030) 448 12 22
ticket@dock11-berlin.de

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

Clébio Oliveira / Trailer und Videodokumentationen

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