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Videoaufnahme der Vorstellung am 25.03.2011 im HAU 3 | Kamera & Editing: Walter Bickmann. © TanzForumBerlin Jede Weiterverwendung der Trailer und Fotos ohne schriftliche Genehmigung von TanzForumBerlin ist untersagt.

Deter / Müller / Martini: Undead & Delicious

Wiederaufnahme im Rahmen der TANZNACHT BERLIN 2012:
25. August 2012, 17:30 Uhr

Uferstudios / Uferstudio 14
Uferstr. 8/23 & Badstr. 41a
13357 Berlin

www.tanznachtberlin.de

Ticket Office HAU 2
T: +49 30 259 004 27
Bis 31. Juli tägl.: 16–19 h
ab 1. August tägl.: 12–19 h

Ticket Office Podewil
T: +49 30 247 49 880
Ab 30. Juli tägl.: 12–19 h

Uferstudios
13. – 24. August tägl.: 16–19 h
25. & 26. August Kasse jeweils 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn

E-Tickets: www.reservix.de (Keine Ermäßigung)

www.determueller.com
www.whitehorsecollective.wordpress.com
www.kneveldesign.wordpress.com
www.janfedinger.net

Choreografie / Performance: Dennis Deter, Anja Müller, Lea Martini
Musik / Performance: Tian Rotteveel
Kostüm & Bühne: Theresia Knevel
Lichtdesign: Jan Fedinger
Dramaturgie: Noha Ramadan
Bewegungscoach: Daniel AlmgrenRécen
Ausstattungsassistenz: Daniel Caballero
Bühnenbau: Marc Seiffert
Frisuren: Gabriele-Christina Müller
Produktion: Anna Wagner
Dank an: Dietrich Oberländer, Ludger Orlok, Nina von Seckendorff, Anne Brinkmann, CM, André Wunstorf, die Megs, Team der HAU 3 Technik.
Eine Koproduktion mit Hebbel am Ufer, in Kooperation mit Tanzfabrik Berlin, artblau Tanzwerkstatt Braunschweig, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Eine kurze Vorgeschichte
Die Pilzart Ophiocordyceps unilateralis kann nur wachsen, indem sie sich eines anderen Körpers bemächtigt. Bevorzugt befällt sie den Körper der Ameise Camponotus leonardi. Nachdem diese infiziert ist und Sporen des Pilzes drei bis sechs Tage in sich getragen hat, verändert sich ihr Verhalten drastisch.

Sie entfernt sich von ihrer Kolonie und taumelt an einen höher gelegenen Ort, der dem in ihr wohnenden Pilz optimale Lebensbedingungen bietet. Das Gehirn der Ameise wird von ihm so manipuliert, dass sie sich auf verschiedenen Oberflächen wie Blattunterseiten oder Rinden festbeißt und nicht mehr loslässt, bis sie stirbt. Langsam beginnen nun aus Kopf und Genick des verendeten Tieres die Fruchtkörper des Pilzes zu wachsen. Sie bestehen aus einer schmalen, biegsamen, dunkel pigmentierten Keule. An ihren Seiten befindet sich die Fruchtschicht in Form von Platten, aus denen die neuen Sporen des Pilzes freigegeben werden und auf den Boden fallen. Oft werden hohe Dichten an toten Ameisen in tropischen Wäldern beobachtet, teilweise infizieren sich ganze Kolonien und verenden.

Die Entstehung
Mit Undead & Delicious waren wir auf der Suche nach einer in sich geschlossenen Fiktion, einer Welt nach der Welt. Einem Ort, dessen Körper, Licht, Geräusche und Materialität aus vertrauten Zivilisationsüberresten eine ganz eigene Textur und Logik bilden. Dafür wollten wir Gedanken und Fähigkeiten vieler Köpfe miteinander verweben. Wir luden Tian Rotteveel (Performer/Musiker), Jan Fedinger (Lichtdesigner), Theresia Knevel (Bühnen- und Kostümbildnerin), Noha Ramadan (Dramaturgin/Performerin) und später noch weitere dazu ein, mit uns nach diesem Universum zu suchen.

Gemeinsam tauchten wir in einen Zustand des Noch-Nicht und Nicht-Mehr. In flexiblen Gruppierungen schufen wir eine postapokalyptische Zone, die gespickt ist mit den Erinnerungen eines noch nicht vergangenen Damals in den Händen von gegenwärtig Unwissenden. Sie ist angefüllt mit unsterblichen Bildern von sterblichen Ikonen. Ausufernde Imaginationen eines grotesk hedonistischen Barockzeitalters wurden wichtiges Bezugsmaterial, eine faszinierende Rausch- und Lebensgier in der unmittelbaren Nähe zu Tod und Vergänglichkeit. Außerdem sahen wir sämtliche Zombie- und Weltuntergangsfilme der letzten zwanzig Jahre. Undead & Delicious versteht sich als eine fiktive Wucherung, die durch jede Berührungen, jedes Wiedererstehen wächst und wächst und wächst.

Der Choreograf und Performer Dennis Deter und die Choreografinnen und Performerinnen Anja Müller und Lea Martini trafen zum ersten Mal 2007 an der Hogeschool voor de Kunsten in Amsterdam. In den letzten zwei Jahren entwickelten sie als Kollektiv die Stücke „Memor I am“ und „The End of As We Know“. In allen ihren Arbeiten erforschen sie über verschiedene Zugänge den Körper als Erinnerungsspeicher. Sie konfrontieren kollektive Erinnerungen an nicht selbst erlebte, massenmedial verarbeitete Ereignisse und Bilder mit der Unmittelbarkeit einer intensiven Körperlichkeit.

DENNIS DETER (D) studierte Philosophie und Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin, wo er seine Zeit vor allem damit verbrachte, über Fußball als Improvisationsperformance nachzudenken. Sein Stück „interpassive paradise“ , das er mit Anja Müller entwickelte, gewann den Jurypreis beim diesjährigen 100° Festival.

ANJA MÜLLER (D) studierte zeitgenössischen Tanz in Berlin und Choreografie an der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten. Als Performerin arbeitete sie unter anderem mit cena11, dumb type und Meg Stuart. Zudem ist sie Teil der Künstlerinitiative Sweet & Tender Collaborations. Anja interessiert besonders, choreografische Ansätze in andere Formate wie Konzerte, Filme und Live-Animationen zu übertragen.

LEA MARTINI (D) machte eine Ausbildung in zeitgenössischem Tanz in Berlin und studierte Choreografie in den Niederlanden am ArtEZ und an der School for New Dance Development. Sie ist Mitglied unterschiedlicher Kollektive wie der Performancegruppe White Horse, deren neues Stück „Groupies“ diesen Herbst in Berlin entsteht. Danach plant sie in unterschiedlichen Konstellationen das Format „Duett“ zu erforschen. Hierfür arbeitet sie mit Diego Agulló, Rodrigo Sorbarzo und Hilde Elbers zusammen.

THERESIA KNEVEL (SE) studierte Ausstattung an der Nordiska Scenografiskolan in Skellefteå/Schweden. Sie arbeitet heute in ganz Europa als Ausstattungsleiterin und Bühnenbildnerin in den Bereichen Tanz, Theater, Film und Werbung. Sie entwarf u.a. das Kostüm- und Bühnenbild für die Produktion „Trip“ von White Horse Collective und für den Spielfilm „Mammoth“ (Regie: Lukas Moodysoon).

TIAN ROTTEVEEL (NL/D) studierte Komposition am Königlichen Konservatorium in den Niederlanden und ist als Komponist und Performer tätig. Er komponierte u.a. für Kammerorchester wie dem MAE Ensemble und dem Rosa Ensemble und arbeitete mit den Choreografen David Hernandez, Diego Gil und der Dansgroep Amsterdam. Zur Zeit studiert er am HZT Berlin Choreografie und Tanz. Er ist besonders daran interessiert, das Ineinandergreifen der Kunstformen Sound und Bewegung zu erforschen.

NOHA RAMADAN (AU/ EG/ NL) studierte Musik und Wirtschaftspolitik in Sydney sowie Choreografie an der School for New Dance Developement in Amsterdam. Sie arbeitet als Choreografin, Performerin und Dramaturgin. Ihre künstlerischen Projekte verbinden Tanz, Schrift und Musik. Sie arbeitet mit Künstlern wie Daniel AlmgrenRécen, Katinka Marac, Matthew Day und Lea Martini. Zusammen mit der Autorin Jennifer Mills initiierte sie das performative und literarische Rechercheprojekt „True Narrative.“

JAN FEDINGER (NL/D) ist Lichtkünstler und Lichtdesigner. Ausgebildet in Münster, Groningen, Amsterdam und Helsinki, wohnt und arbeitet er nun zwischen Utrecht und Lissabon.