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Videoaufnahme der Vorstellung am 09.01.2012 im Rahmen des Tanztage Berlin Festivals in den Sophiensaelen, Berlin. | Kamera & Editing: Walter Bickmann. © TanzForumBerlin Jede Weiterverwendung der Trailer und Fotos ohne schriftliche Genehmigung von TanzForumBerlin ist untersagt.
Katharina Maschenka Horn: Pigeonhole
TANZTAGE BERLIN 2012
Vorstellungen: 09., 10. Januar 2012, 19:00 Uhr
Sophiensaele | Hochzeitssaal
Sophienstraße 18
10178 Berlin
Karten: 030 - 283 52 66
www.sophiensaele.de
www.tanztage.de
Choreografie, Tanz, Kostüm, Bühne: Katharina Maschenka Horn
Licht: Felix Grimm
Eine Koproduktion von Art Lab Amsterdam (NL), Sogni (BE), Tanzhaus Köln Interim, DOCK 11 Berlin
Dank an Emilien Leonhardt, Chris Scherer, Felix Grimm, Cristina Leitao, die Coaches und Komponisten, das Tanztheater Hexenbesen und alle, die so freundlich waren ihre Eindrücke und Meinungen mit Katharina zu teilen.
Tanztage Berlin
Künstlerische Leitung: Peter Pleyer
Produktionsleitung: Franziska Schrage
Produktionsbüro: Cilgia Gadola
Mitarbeit: Marion Gonzáles de Mendoza, Sanna Møller Albjørk
Technische Leitung: Sandra Blatterer
Die 21. Tanztage Berlin sind eine Produktion der Tanztage Berlin GbR und Sophiensaele, in Zusammenarbeit mit Tanzfabrik Berlin e.V. und dem Polnischen Institut Berlin. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten.
Mit freundlicher Unterstützung von Tanzwerkstatt Berlin / Kulturprojekte Berlin Gmbh, Dussmann das KulturKaufhaus, Tanzforum Berlin, Uferstudios, TiSCH – Theater im Schokohof, AV-Tour Gmbh, Ballettcentrum am Kurfürstendamm und Radeberger Gruppe KG.
Das erste Mal, dass Katharina daran dachte, das Solo PIGEONHOLE zu kreieren war, während eines Gesprächs mit einem Kollegen. Stundenlang musste sie sich anhören wer sie ist und warum. Dabei kannte der Mensch sie noch nicht einmal näher. "To pigeonhole someone" – jemanden einordnen; jemanden in eine Schublade stecken Dieses psychologische Phänomen ist doch Jedem bekannt. Unser Gehirn arbeitet zwanghaft daran sich eine "Logik" zu verschaffen. Dafür ordnen wir andere Menschen in Kategorien ein, "stecken sie in eine Schublade". Vielleicht ist es auch die einzige Art und Weise zu existieren, den Überblick zu bewahren und uns selbst in Relation zu den anderen einzuordnen; eine Orientierungshilfe. Dabei sind es doch wir, die wir uns am meisten selbst kategorisieren, oder?
In PIGEONHOLE existieren verschiedene Bewusstseinsinhalte eines vielschichtigen Charakters zur gleichen Zeit wie die kategorisierte Identität. Die Rolle des vielschichtigen Charakters spielt in diesem Fall Katharina Maschenka Horn.
Ein enigmatisches Stück. Düster und bunt, humorvoll, aber ernsthaft. Überraschend und unberechenbar. Vom Opfer zum Angreifer. Durch eine Vielzahl von einzelnen Szenen entwickelt sich das Stück zu einem "dance around the issue", der es auf den Punkt bringt.
KATHARINA MASCHENKA HORN studierte Tanz und Choreografie an der Dansacademie of ArtEZ - Hogeschool voor de kunsten in Arnheim (NL) und schloss das Studium in 2007 mit einem Bachelor of Arts ab. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Choreografin, Tänzerin und Dozentin.
FELIX GRIMM, geboren 1983, ist ein Licht-, Video-, Grafik- und Sounddesigner sowie Techniker und technischer Produktionsleiter für Theater, Tanz, Performance und Corporate Events. Unter anderem arbeitete er für Podewil, Pfefferberg, Schlossplatztheater/ Junge Oper Berlin, Schauplatz International, Total Brutal/Nir de Volff (alle Berlin), Monstertruck, Theater Koblenz, Terra Nova (Kopenhagen) und größere deutsche Veranstaltungstechnikdienstleister.
Muschel von Margate (1929)
In Margate auf der Promenade
Hing ein blechernes Ladenschild.
Vor einer Bude mit Souvenirs
eine große Muschel im Bild.
Da bot ein alter Mann bemalte Muscheln an.
Ganz Margate kannte sein Gebell:
Shell! Shell! Shell!
Muschel von Margate bringt Ihnen Glück,
Muschel im goldenen Grunde.
Muschel von Margate, fällt auf sie Ihr Blick,
Denken Sie zurück an manche unvergessliche Stunde.
In Margate auf der Promenade
erhob sich ein Gestank.
Wo einst die Bude mit Muscheln stand,
steht ein Petroleum-Tank.
Der Sohn von jenem alten Mann
Fing einen anderen Laden an:
Ein Naphtha und Benzin Kartell:
Shell! Shell! Shell!
Muschel von Margate brachte ihm Glück,
Muschel im goldenen Grunde.
Muschel von Margate, fällt auf sie sein Blick,
Denkt er gern zurück an manche unvergessliche Funde.
Und als der Tank zu pumpen anfing
in Margate auf der Promenade,
ein Dutzend von jedem Bohrturm hing,
der über Öl bei Baku steht,
Koltschak und Deniken.
Da wurde aus Blut Benzin.
Aus tausend Hälsen sprang der Quell:
Shell! Shell! Shell!
Muschel von Margate bringt Ihnen Glück,
Muschel im goldenen Grunde.
Muschel von Margate, fällt auf sie Ihr Blick,
Denken Sie zurück an manche Rede im Völkerbunde.
Und als die Sonne am höchsten stand
In Margate auf der Promenade,
da fing das Öl zu brennen an,
von Aserbeidschan bis Tibet.
Es steckte die Welt in Brand,
Petroleum heißt unser Vaterland.
Dafür zerlöchern wir uns das Fell:
Shell! Shell! Shell!
Muschel von Margate bringt ihnen Glück,
Wir aber gehn vor die Hunde!
Muschel von Margate, fällt auf sie der Blick,
Zahlen wir zurück
in letzter entscheidender Stunde.
Felix Gasbarra