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Videoaufnahme der Generalprobe am 10.12.08 | Kamera & Editing: Walter Bickmann. © TanzForumBerlin Jede Weiterverwendung der Trailer und Fotos ohne schriftliche Genehmigung von TanzForumBerlin ist untersagt.
Anna Melnikova: ich sage, dass es (m)ein russischer abend ist
Premiere: 11. Dezember 2008, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 12., 13., Dezember 2008, jeweils 20.00 Uhr
Kunsthaus Tacheles
Oranienburgerstr. 54-56a
10117 Berlin
Goldener Saal, 1.OG
Karten: theatre@tacheles.de
Tel. (030) 28 26 185
Idee, Choreographie, Text: Anna Melnikova
Performance/Tanz: Anna Melnikova und Gäste
Bühne: Werner Wallner
Kostüm: Friederike Donath, Mariya Yordanova
Gäste: David Bloom, Marina Tenorio, Thomas Proksch, Robert van den Dolder, Lorraine de Marqué
Mit freundlicher Unterstützung der HfS "Ernst Busch", des Regierenden Bürgermeisters von Berlin [Senatskanzlei- Interkulturelle Projektarbeit] und dem Kunsthaus Tacheles e.V.
„Pljaska- Tanz ist die Muskelfreude, die das Blut zum Kochen bringt.“ Igor Moiseev
Am 10. Februar 1937 findet mit dem Einverständnis von Josef Stalin in Moskau die erste Probe des ersten staatlichen akademischen Ensemble des Volkstanzes statt. Der Leiter und Choreograph des Ensembles Igor Moisseev entwickelte eine eigenartige Methode, die den hemmungslosen originalen Volkstanz in eine akademische Tanzform verpackt hat. Absolute Synchronität einer Massenchoreographie, spektakuläre Rhythmen und starke Oberschenkel bildeten die offensichtliche Faszination des Tanzes. 1937: Massenchoreographie versus Massenrepressionen.
Das Geheimnis des Pljaska- Tanzes steckt jedoch nicht in der äußerlichen Perfektion. Die „rätselhafte russische Seele“, die bekanntlich nach Weite und Chaos verlangt, wurde im Laufe der Geschichte in diverse, mehr oder weniger strenge Formen und Systeme hineingepresst: der akademische Volkstanz ist nur eine davon. Aber nicht dieser disziplinierte Körper, sondern diese ungezähmte Seele lässt Pljaska tanzen. Egal ob Wut oder Freude, solange die Form den Inhalt nicht stört, dulden sie sich. Wenn es zu eng wird, explodiert jede Form unausweichlich.
In der Arbeit „ich sage, dass es (m)ein russischer abend ist“, setzt sich Anna Melnikova mit zwei Ästhetiken ihrer beiden Tanzausbildungen auseinander: der sozialistische Volkstanz in Moskau und die zeitgenössische Choreographie in Berlin. Der Effekt der Wiedererkennung und die Reflexion über die eigentliche Suche nach einer Form wie in Choreographie so im Leben werden dabei sicht- und spürbar. Wichtig ist: die Form kommt und geht, rauszufinden gilt es, was der Inhalt ist.