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Videoaufnahme der Probe am 11.04.2012 im Rahmen des Tanzfabrik Frühjahrsfestivals Tanz Hoch Zwei in den Uferstudios, Berlin | Kamera: Walter Bickmann, Doris Kolde, Editing: Walter Bickmann. © TanzForumBerlin Jede Weiterverwendung der Trailer und Fotos ohne schriftliche Genehmigung von TanzForumBerlin ist untersagt.

Tanzcompagnie RUBATO: FindeOrte

Tanzfabrik | Frühjahrsfestival Tanz Hoch Zwei
Uraufführung: 13. April 2012, 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen:
14. April 2012, 21:00 Uhr
15. April 2012, 20:00 Uhr

Tanzfabrik Berlin / Wedding, Uferstudio 5
Uferstr. 8/23
13357 Berlin

Karten: 030 – 200 592 70 oder ticket@tanzfabrik-berlin.de
www.reservix.de
www.tanzfabrik-berlin.de
www.uferstudios.com

www.tanzcompagnie-rubato.de

Choreografie & Performance: Jutta Hell & Dieter Baumann
Musik & Sound: DaBao, James Blake
Lichtdesign: Jochen Massar
Video: Dieter Baumann
Bühne & Kostüm: Jutta Hell
Deutsche Stimme: Ute Pliestermann
Englische Stimme: Victoria Pickett
Eine Produktion der Tanzcompagnie Rubato. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten. Mit Unterstützung der Tanzfabrik Berlin im Rahmen von "Tanz Hoch Zwei".
Dank an: Prof. Dr. Gabriele Brandstätter, Björn Dirk Schlüter, Elke Schmid, Ludger Orlok und das gesamten Team der Tanzfabrik Berlin und der Uferstudios.

In reality, my body is always somewhere else. It is connected to all the "elsewheres" in the world. It is elsewhere in the world. (Michel Foucault)

Inspired by the radio broadcasts The Utopian Body / Heterotopias by French philosopher Michel Foucault, the body is turned in choreography into a hybrid term. It is the source from where the world begins and connects us to it. At the same time, it is a place of longing, desire and fantasy, a source of utopia that clutters our view of the body in all its harsh reality and transience.

In "FindeOrte", we unclutter this view and make space for both the real and utopian qualities of the body. The images and phantasms the body generates clash with its sheer "thing-ness".

It is both a showpiece and an agent of all utopias – whether alone or in interaction with other bodies. Our bodies debate the words of the French philosopher, set adrift on them and desire to them. They counter the reality of spoken language and mere presence. In search of the body's location, we find other places, many places, and all of them are the body.
Jutta Hell & Dieter Baumann

In Wirklichkeit ist mein Körper stets anderswo, er ist mit sämtlichen ‚Anderswos' der Welt verbunden, er ist anderswo als in der Welt. (Michel Foucault)

Inspiriert von den Radiobeiträgen Der utopische Körper und Die Heterotopien des französischen Philosophen Michel Foucault, wird der Körper in der Choreografie zu einem Hybridbegriff: er ist Ausgangspunkt zur Welt und verbindet uns mit ihr. Zugleich ist er Ort der Sehnsucht, des Begehrens und der Phantasie, Quelle des Utopischen, das den Blick auf den Körper in seiner gnadenlosen Realität und Vergänglichkeit verstellt.

In FindeOrte legen wir diesen Blick frei und geben den utopischen wie realen Qualitäten des Körpers Raum. Von ihm erzeugte Bilder und Phantasmen prallen in der Choreografie auf seine bloße Dinghaftigkeit. Er ist Anschauungsobjekt wie Akteur aller Utopien zugleich – mag er allein oder im Austausch mit einem anderen Körper in Aktion treten.

Unsere Körper setzen sich den Worten des französischen Philosophen aus, lassen sich von ihm treiben und begehren auf. Sie setzen gegen die Realität der gehörten Sprache die bloße Präsenz. Auf der Suche nach dem einen Ort des Körpers, finden wir andere, viele Orte, die alle er sind.
Jutta Hell & Dieter Baumann

Die Berliner Tanzcompagnie RUBATO wurde 1985 von den Tänzer/Choreografen Jutta Hell und Dieter Baumann gegründet.

Bis heute entwickelten sie in unterschiedlichsten Künstlerkonstellationen und Kulturen 50 abendfüllende Stücke, die auf zahlreichen Tourneen rund um die Welt gezeigt wurden. 1989-92 arbeiteten sie mit Gerhard Bohner zusammen und erhielt 1992 den Förderpreis für Darstellende Kunst der Akademie der Künste Berlin. 1993, 1997 und 2005 entstanden Koproduktionen mit dem steirischen herbst in Graz/Österreich. Seit 1995 bis heute kontinuierliche Arbeitsaufenthalte und Ko-Produktionen in China (Guangdong, Peking, Hongkong, Shanghai, Shenyang, Yunnan Province). Seither entstanden u.a. das internationale Projekt Duty Free (2001) mit Tänzerlnnen aus China, Estland, Kanada und Deutschland, sowie Person to Person (2002), ein Duett mit Dieter Baumann und der chinesischen Startänzerin Jin Xing, 2003 zukunft_erinnern_Baumann_ Bohner_Solo mit Videofragment (im Auftrag der Akademie der Künste, Berlin). Im Frühjahr 2004 wurde in den USA das Stück America! question mit sechs amerikanischen TänzerInnen entwickelt und tourte dort in Atlanta, Houston, San Francisco, Boston, New York. 2005 wurden zwei Auftragswerke für das Haus der Kulturen der Welt, Berlin realisiert: Shanghai Beauty mit 14 chinesischen TänzerInnen und Eidos_ Tao mit 5 chinesischen TänzerInnen. Im gleichen Jahr wurde ein Auftragswerk des steirischen herbst in Graz realisiert: ein Tanzladen, in dem Tänze verkauft wurden. 2006 war Shanghai Beauty erfolgreichste Produktion im Schweizer STEPS-Festival. 2007 Künstler-Kooperation mit mes:a Art Collective, Cardiff und Taliesin Art Centre, Swansea, Wales/UK, zwei Stücke entstehen: Gloria Days (2007) und 3men running (2008). Die Kulturstiftung des Bundes ermöglicht 2009 und 2010 ein Projekt mit sechs unabhängigen Tänzern/Choreografen aus Shanghai, Peking und Guangzhou. Daraus gründet sich in Shanghai die Künstlerkooperation Mahjong Dance. Das Stück: Look at me, I´m Chinese entsteht und wird beim Internationalen Tanzfest Berlin Tanz im August im Radialsystem V uraufgeführt. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Mahjong Dance findet 2011 mit einer, durch drei westliche TänzerInnen/ChoreografInnen erweiterten Gruppe statt. In der Auseinandersetzung über die Frage: was bedeutet Fremd-Sein, was ist ein Fremd-Körper, entsteht 2011 in Shanghai und Berlin die Produktion: milk&bread/rice&water.

2012: das neue Stück FindeOrte ist nach drei Jahren wieder ein Duett der Tänzer/ Choreografen Hell und Baumann.