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Videoaufnahme der Premiere am 26.04.2012 im HAU 2, Berlin | Kamera & Editing: Walter Bickmann. © TanzForumBerlin Jede Weiterverwendung der Trailer und Fotos ohne schriftliche Genehmigung von TanzForumBerlin ist untersagt.

Jana Unmüßig: Strich/Chrysantheme/Haar fällt

Premiere: 26. April 2012, 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 27., 29. April 2012, jeweils 20.00 Uhr

HAU 2
Hallesches Ufer 32
10963 Berlin

www.hebbel-am-ufer.de

www.jana-unmussig.com

Choreografie: Jana Unmüßig
Tanz: Bryan Campbell, Asher O'Gorman, Tara Silverthorn, Venke Sortland, Jana Unmüßig
Kostüm: Marie Perglerova
Bühne: Katrin Bahrs
Lichtdesign, Sound und technische Leitung: Bruno Pocheron
Dramaturgische Begleitung: Silke Bake
Produktionsleitung: Alexandra Wellensiek
Dank an: Kirsi Monni (Theaterakademie Helsinki), Costume Company Hamburg (www.costumecompany.de)
Eine Koproduktion mit dem HAU in Kooperation mit K3 – Zentrum für Choreografie/Tanzplan Hamburg, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Solo von und mit Jana Unmüßig ursprünglich entwickelt und als "Morgen ist ein Tag" uraufgeführt im Rahmen der Choreographie-Residenz auf K3 - Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg
Performance, Choreografie, Text: Jana Unmüßig
Kostüm: Marie Perglerova
Bühne: Katrin Bahrs
Lichtdesign, technische Leitung: Bruno Pocheron
Dramaturgische Unterstützung: Bryan Campbell, Asher O'Gorman, Tara Silverthorn, Venke Sortland
Mentoring: Pirkko Husemann, João Da Silva
Produktionsleitung: Alexandra Wellensiek
Eine Produktion von K3 - Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg.
Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V.
Mit Unterstützung der Hamburgischen Kulturstiftung und des tanzhaus nrw.
Dank an: Michael E. Kleine, Raumgestalt (www.raumgestalt.net)

Nach "Ast im Auge" hat Jana Unmüßig mit ihrem neuen Quartett "Strich/Chrysantheme/Haar fällt" am HAU Premiere. Wie schon in den vorangegangenen Produktionen setzt sie ihre Tänzer in einen stillen und leeren Wahrnehmungsraum, in dem sich singuläre Bewegungsereignisse vor dem Auge des Betrachters verdichten und zerstreuen. Dabei entsteht trotz der Reduktion und Langsamkeit des Bühnengeschehens eine überraschende Dynamik im Zusammenspiel der Tänzer. Ursprung dieses zögerlichen Miteinanders auf der Bühne ist eine distanzierende Arbeitsweise, bei der die Bewegungsphrasen und -linien der Tänzer zunächst getrennt voneinander entwickelt und anschließend ausgetauscht sowie zusammenführt werden. Auszüge dieser Choreografie wurden auch für das gleichzeitig entstandene Solo "Morgen ist ein Tag" verwendet, in dem Unmüßig zum ersten Mal selbst und ganz alleine auf der Bühne steht. Zusammen genommen bilden Quartett und Solo den Versuch, Autorschaft zu teilen und durch den bzw. die jeweils anderen zu "sprechen".

Über den Gebrauch der Sprache im Solo:
"Die Worte, die ich spreche, sind Auszug eines Textes, den ich geschrieben hatte, nachdem ich im Oktober 2010 Zeugin einer Demonstration in Portugal wurde. Auf einer Bank sitzend, beobachtete ich die Szenerie; ging nach Hause und begann dort im Schreiben nachzuzeichnen, wie ich was zuvor gesehen hatte. Es gab danach ein Bedürfnis die Worte greifbarer zu machen, um sie mit anderen zu teilen. Ich begann sie zu sprechen. Dabei ging es im Laufe des Prozesses immer weniger darum, ein möglichst deutliches Abbild von dem Gesehenen zu geben oder mögliche Bedeutung zu kommunizieren. Mich interessierte mehr und mehr, WIE ich die Worte überhaupt sprechen könnte. Wie auch beim Choreografieren ging ich vom Konkreten aus, von einem Hier und Jetzt, das vor meinen Augen stattfindet. Im nächsten Schritt abstrahierte ich davon und stellte mir die Frage, wie ich das Erlebte erfahre. Ähnlich dem Choreografieren zog es mich schlussendlich hin zu Struktur; Struktur der Worte. Sprechen und Körperbewegung sind für mich beides Mittel, um den Raum zu unterteilen, den Raum zu komponieren."
Jana Unmüßig

About using spoken language in the solo:
"The words I speak in the solo are an excerpt of a written piece I made, after having witnessed a demonstration in Portugal in October 2010. I had been sitting on a bench and observing. I then went home and started recalling how I saw what I had seen. Once finished I had a need to make the words on the paper more palpable in order to share them with others. I started talking them out loud. When starting to work on how to possibly speak the words I got more and more interested in HOW to say them, rather than in communicating the picture they delineate or its possible meaning. As when choreographing I departed from the concrete, from what is here and now available to me, and then abstracted from there toward the question: how do I experience this? How do I experience talking? And, similar to the choreographies, I got more and more interested in the structure of the words. Speaking is for me like a body movement, a tool to cut space, to compose space."
Jana Unmüßig

Jana Unmüßig studierte Arts du Spectacle an der Universität Sorbonne und zeitgenössischen Tanz und Choreografie am SEAD (Salzburg Experimental Academy of Dance). Sie erhielt im August 2010 einen Master in Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz (HZT) Berlin. Ihre Arbeiten wurden u.a. bei Arge Salzburg, PACT Atelier/ Zollverein Essen, Tanztage Berlin/ sophiensaele, Hebbel am Ufer Berlin und dem Monaco Dance Forum/ Monte Carlo gezeigt. Sie war danceWEB-Stipendiatin 2010, K3-Residenzchoreografin 2011/2012 und erhielt Residenzen u.a. bei Movement Research in New York, Theatre Tangente/ Lynda Gaudreau in Montreal und RE.AL in Lissabon. Seit September 2011 geht sie einem practice-based Doktorvorhaben an der Theaterakademie Helsinki nach.

Bryan Campbell choreografiert and performt zwischen Frankreich, Deutschland und den USA. Er war Teil von Jana Unmüßigs letztem Stück, Ast im Auge (2011). Zuletzt arbeitet er mit David Wampach, David Parker und Loïc Touzé. Seine eigene Arbeit wurde unter anderem bei Théâtre de la Cité Internationale (Paris) und in der Judson Church (New York) gezeigt.

Asher O'Gorman ist Performerin, wohnhaft in Wien. Sie erhielt einen BA in Choreografie am Dartington College of Arts in England und studierte am SEAD (Salzburg Experimental Academy of Dance) zeitgenössischen Tanz. 2010/2011 war sie Residentin bei Daghdha in Limerick, Irland. 2012 ist Asher Stipendiatin des DanceWEB Stipendiums Wien. Sie arbeitet mit Jana Unmüßig seit 2005.

Tara Silverthorn ist Tänzerin, lebt und arbeitet zumeist in London. Sie erhielt ihren Master in Dance Performance in der Transitions Dance Company (Laban 2009). Tara arbeitete u.a. mit Rizwan Ahmed, Laura McGill, Rosemary Lee and Liam Steel. Ihre eigene Arbeit verfolgt sie u.a. in einem Duett mit Benjamin Pohlig, Critical Pathway (Mentor: Rosemary Butcher) und in dem von Steve Paxton geleiteten Projekt Material Spine. Sie arbeitet mit Jana Unmüßig seit 2010.

Venke Marie Sortland ist Performerin und Choreografin in Oslo. Sie arbeitet mit Jana Unmüßig seit 2008. Außerdem ist Venke eine der Kuratorinnen des Forum für zeitgenössischen Tanz Rethink Dance (rethinkdance.no), und Mitgründerin des Produktionsteams Landing (landing.no).

Marie Perglerova studierte Interkulturelle Fachkommunikation (Russistik/ Bohemistik) an der Humboldt Universität Berlin, Modedesign am Kolleg für Mode und Bekleidungstechnik Michelbeuern in Wien und an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Sie hospitierte bei Robert Wilsons Inszenierung Das Wintermärchen am Berliner Ensemble und bei Sasha Waltz für die Produktion Radiale Systeme. Sie arbeitete mit Jana Unmüßig bereits an dem Stück Ast im Auge (2011).

Katrin Bahrs hat an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg Freie Kunst und Visuelle Kommunikation studiert. Bereits während des Studiums arbeitete sie interdisziplinär und assistierte neben diversen Einzel- und Gruppenausstellungen bei verschiedenen Theaterproduktionen. Seit 2009 ist sie Teil des Hamburger KünstlerInnen-Kollektivs Schwabinggrad Ballett.

Bruno Pocheron studierte Bildende Kunst in Frankreich und lebt in Berlin. Er ist Mitgründer von Wiesen55, einem sich im Aufbau befindenden kollektiven Arbeitsplatz in Berlin-Wedding, und Gangplank, einem kollaborativen Netzwerk, dessen Fokus auf intermediale Kommunikation, Beziehungen zwischen Technologie und Kunst und einem spartenübergreifenden Spannungsfeld in zeitgenössischer Performance liegt.

Silke Bake ist Dramaturgin/ Kuratorin. Sie arbeitet u.a. mit Jana Unmüßig, Anne Juren, Milli Bitterli. Sie war Dramaturgin und verantwortlich für Research am Tanzquartier Wien, verantwortete gemeinsam mit André Lepecki (Kurator) das Festivals IN TRANSIT am Haus der Kulturen der Welt in Berlin in 2008 und 2009. Mit Peter Stamer gestaltete sie das NU Performance Festival On Hospitality im Rahmen der Kulturhauptstadt Tallinn 2011, mit Bettina Knaup präsentiert sie die performance platform. body affects in den Sophiensaelen im Juli 2012.

Alexandra Wellensiek studierte im Magisterstudiengang Kunstgeschichte und Romanistik an der Freien Universität in Berlin. Seit 2001 ist sie freiberuflich tätig und verantwortete mehrere Jahre im Auftrag der TanzWerkstatt Berlin die Produktionsleitung für die Tanzfestivals "Körperstimmen" und "Internationales Tanzfest Berlin - Tanz im August". Seit 2002 arbeitet und produziert sie gemeinsam mit den ChoreografInnen Xavier Le Roy (bis 2009), Eszter Salamon, Antonia Baehr sowie Jana Unmüßig, deren aktuelle Produktion sie als Produktionsleiterin begleitet.