Texte zur Produktion
Wo überschneiden sich Pina Bausch und die ZDF-Hitparade, besonders im Hinblick auf ihren nationsbildenden Charakter? Inspiriert vom Untertitel “Schlagerballett” einer frühen Arbeit Bauschs, und deren Kompanie, die man vielleicht als größten Exportschlager deutscher “Hochkultur” bezeichnen könnte, begibt sich die Choreografin und Performerin Joana Tischkau auf die Suche nach Möglichkeiten, die deutsche Heimaterzählung zu queren. In der Tradition Schwarzer Deutscher Schlagerstars wie Roberto Blanco, Randolph Rose, Marie Nejar oder Tina Daute ertanzen und ersingen die Performer*innen sich eine ästhetische Germanness, die unabhängig von Weißsein und Heteronormativität Sinn ergibt. Nach “Last Night a DJ took my life” (Schauspielhaus Zürich) holt Joana Tischkau eine weitere Kiste aus dem Archiv des “Deutschen Museums für Schwarze Unterhaltung und Black Music” hervor, das 2020 am HAU seine Türen geöffnet hat, um die unwahrscheinliche, jedoch einleuchtende Matrix Deutschland, Showbiz, White Supremacy zu bearbeiten.
Joana Tischkau ist freischaffende Choreografin und Performerin. In ihren Arbeiten versucht sie, die Absurdität und Willkür diverser Unterdrückungsmechanismen aufzuzeigen, und bedient sich dabei an postkolonialen Theorien, feministischen Diskursen und popkulturellen Phänomenen. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Berlin. Ihre Inszenierung “Playblack” wurde 2019 Im Rahmen von “Alles ist Material. 20 Jahre ‘Postdramatisches Theater’” am HAU gezeigt. 2020 folgte das “Deutsche Museum für Schwarze Unterhaltung und Black Music”, ein Ausstellungs- und Veranstaltungsformat mit Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe und Frieder Blume.
[Quelle: hebbel-am-ufer.de]
TFB Nr. 1924
Besetzung & Credits
Künstlerische Leitung & Choreografie: Joana Tischkau
Performance & Choreografie: Dayron Domínguez Piedra, Sidney Kwadjo Frenz, Elli Hampe, Moses Leo, Deborah Macauley, Carlos Daniel Valladores Carvajal, Sophie Yukiko, Anne-Kathrin Hartmann
Sound: Frieder Blume
Soundassistenz: Kairo Fumilayo Edward
Kostüme: Nadine Bakota
Bühne: Carlo Siegfried
Lichtdesign, technische Leitung: Hendrik Borowski
Mitarbeit Regie: Anta Helena Recke
Produktionsleitung: Lisa Gehring
Produktionsassistenz: Lianne Mol
Ausstattungsassistenz: Marie Göhler
Outside Eye/Input: Dr. Mariama Diagne
Produktion: Joana Tischkau
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, Tanzquartier Wien, Kampnagel Hamburg, Künstler*innenhaus Mousonturm
Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds, Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Kooperation Recherche: Malpaso Dance Company / Verbindungsbüro Goethe-Institut Havanna.
HAU Hebbel am Ufer (HAU1)
Stresemannstr. 29
10963 Berlin
Tickets: +49 (0)30 259 004 27
tickets@hebbel-am-ufer.de
Videodokumentation
Die Videodokumentation wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:
Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin