Springe zum Inhalt

Aufnahme: 23.11.2018 , Sophiensæle (Video © Walter Bickmann)

Cécile Bally

The Price is Right

Sophiensæle

Texte zur Produktion

Theoretisch kann man Supermärkte wann und wie man will betreten, solange sie offen sind. Man kann sich dort ebenso frei bewegen wie im öffentlichen Raum. Die Werbung und Angebote suggerieren, dass sie auf unserer Seite sind, aber wer im Supermarkt nicht einkauft, sondern nur schaut oder rumhängt, gilt als suspekt. Geht da alles mit rechten Dingen zu? Ist das vielleicht ein Stalker oder ein Dieb?

Der Supermarkt ist ein Ort, den wir alle frequentieren – ein emblematischer Ort unserer Zeit, alltäglich und gewöhnlich. Hier geschieht es, das moderne Sammeln und Ernten, wo Angebote auf Begierden treffen, extrem normiert, geordnet und gut beleuchtet.

Cécile Bally beobachtet das Geschehen in Supermärkten auf eine analytische und bewegungsorientierte Weise. Wie einst die Kirche prägt und formt der Supermarkt über Mahnungen zu Empathie und Wohltätigkeit unsere heutige Gesellschaft. Soweit das Auge reicht, ist er linear organisiert: vertikale und horizontale Warenreihen mit kleinen Preisschildchen versehen, parallele Gänge von immer gleicher Fläche mit quaderförmigen, in Plastik verpackten Produkten. Absurderweise durchwuchern diese Päckchen sogar die Obst und Gemüseabteilung: Alles, was einmal nach Leben oder Natur aussah, ist hier gut verpackt. Das Neonlicht ist kalt und hart, ohne Schatten. Der Supermarkt ist ein Ort für alle – und doch auch ein Ort der spaltet, denn es gibt für jede soziale Klasse einen eigenen. The Price Is Right spielt auf die duale und widersprüchliche Logik der globalen Standardisierung von Konsummustern bei gleichzeitig wachsender, sozialer Ungleichheit an. Das Areal Supermarkt wird zum Spielfeld absurder Bewegungs- und Verhaltensmuster, weckt Urängste, befriedigt Herzenswünsche und hüllt uns erfolgreich in Illusionen.

CÉCILE BALLY studierte Tanz, Kontext und Choreografie am HZT Berlin (UDK). Sie absolvierte außerdem ein Wirtschaft und Managementstudium in Frankreich. Ihr künstlerisches Schaffen stellt Verbindungen zwischen diesen beiden Hintergründen her und befragt humorvoll aber stets methodisch den Stellenwert von Rationalität, Magie, Traum und Wissen in der Performancekunst. Ihr letztes Stück The Sleep of Reason wurde bei den Tanztagen Berlin 2017 uraufgeführt.

cecilebally.com

[Quelle: Abendzettel]

TFB Nr. 1258

Besetzung & Credits

CHOREOGRAFIE, BÜHNE: Cécile Bally
PERFORMANCE: Asaf Aharonson, Marie Ursin, Cathy Walsh
LICHTDESIGN: Eva Alonso
SOUNDDESIGN: Jassem Hindi
KOSTÜMDESIGN: Sara Wendt
PRODUKTIONSLEITUNG, PR: Ann-Christin Görtz
SOCIAL MEDIA UNTERSTÜTZUNG: Jen Burba

Eine Produktion von Cécile Bally in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE.
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
Mit freundlicher Unterstützung von KunstencentrumBUDA, des Fonds Darstellende Künste e.V., Milchhof und Public in Private.
Mit Dank an Kostüm Kollektiv.

Sophiensæle

Sophienstraße 18
10178 Berlin

sophiensaele.com
Karte

Tickets: (030) 283 52 66

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

Cécile Bally / Trailer und Videodokumentationen

Nach oben