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Radical Minimal – Coming Together
Aufnahme: 20.10.2022 , Kühlhaus Berlin (Video © Bickmann & Kolde GbR)

Christoph Winkler

Radical Minimal – Coming Together

Kühlhaus Berlin

Texte zur Produktion

Das Projekt Radical Minimal beschäftigt sich mit dem Einfluss der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung auf die Minimal Music unter besonderer Berücksichtigung der Werksgeschichte des zeitgenössischen Tanzes. Bei den Kompositionen handelt es sich um Come Out von Steve Reich, Coming Together von Frederik Rzewski und Stay on it von Julius Eastmann. Diese drei Stücke sind jeweils auf besondere Weise mit dem Civil Rights Movement in den U.S.A. verbunden. Alle drei Kompositionen haben eine unterschiedliche Rezeptionsgeschichte innerhalb der Musik und des zeitgenössischen Tanzes, sowohl hinsichtlich der Art und Weise, wie sie als „politische“ Kunst gelesen werden, als auch durch ihre Positionierung in der Aufführungspraxis.

COMING TOGETHER
Das Stück Coming Together basiert auf einem Brief des Bombenattentäters Sam Melville, der kurze Zeit später bei einem Gefängnisaufstand in Attica N.Y. getötet wurde. Der unter dem Namen „Attica Riots“ in die Geschichte eingegangene Aufstand war der blutigste und größte Gefängnisaufstand in der Geschichte der U.S.A. Der von Sam Melville kurz vorher geschriebene Brief steht in scheinbarem Gegensatz zu den Ereignissen, gibt ihnen aber dadurch eine andere Perspektive.
Der 2021 verstorbene Komponist Frederic Rzweski komponiert dazu eine Musik, die den Text in jeder Weise unterstützt. Dieser bleibt, obwohl intensiviert im Ausdruck, bis zum Schluss klar verständlich. So realisiert sich in der Musik ein Optimismus, der trotz des verheerenden Ausgangs dieser Revolte fast utopische Dimensionen hat.
Dies erlaubt, mit der Besetzung des Sprechers neue Bezüge herzustellen. So spricht in einer Aufführung von 2016 beispielsweise Angela Davis den Text, eine Ikone der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den 70er Jahren, und hebt dadurch den politischen Charakter des Werkes noch hervor.
Für ihre Interpretation hat sich die Company Christoph Winkler viel mit Körpern in „Aufruhr“ beschäftigt. Wie organisieren sich Menschen beispielsweise bei Auseinandersetzungen auf Demonstrationen? Welche Mechanismen wirken, wenn Menschen unmittelbar vor und in physischen Konflikten mit der Staatsgewalt stehen und oft nur noch ihren Körper haben. Aus diesem Material hat das Team versucht ein Coming Together zu kreieren, das im Moment der Aufführung immer wieder neu realisiert werden muss. Die Bilder, die im Rahmen von Coming Together gezeigt werden, sind von „Stable Diffusion AI Model“ kreiert, einer künstlichen Intelligenz.

CHRISTOPH WINKLER ist einer der profiliertesten und vielseitigsten Choreografen Deutschlands. Seine Arbeit umfasst ein weites Spektrum von Formaten und reicht von sehr persönlichen bis hin zu politischen Themen. Unter dem Dach der „Company Christoph Winkler“ bringt er Tänzer*innen aus der ganzen Welt zusammen, um als temporäre Kollektive an einem weiten, inhaltlichen Spektrum zusammenzuarbeiten. Seit 1996 erarbeitete er als freischaffender Künstler mehr als 80 Tanzstücke. 2014 gewann Das Wahre Gesicht den FAUST Preis des Deutschen Bühnenvereins in der Kategorie „Beste Choreografie“. 2016 wurde nochmals der FAUST Preis an eine seiner Produktionen verliehen, als Aloalii Tapu als „Bester Tänzer“ für das Solo Urban Soul Café ausgezeichnet wurde. Außerdem war Winkler Initiator und Kurator von The Witch Dance Project und dem FanFic Festival. In den vergangenen Jahren hat er mit großem Erfolg einige musikalisch inspirierte Produktionen wie Ernest Berk – The Complete Expressionist, Julius Eastman – Speak Boldly oder We Are Going To Mars zur Aufführung gebracht. 2020 wurde Christoph Winkler eine George Tabori Auszeichnung verliehen, im Mai 2022 erhielt er den Deutschen Tanzpreis.
christoph-winkler.com

[Quelle: sophiensaele.com & Abendzettel]

TFB Nr. 1697-03

Besetzung & Credits

KONZEPT: Christoph Winkler
MUSIK: Zafraan Ensemble
FLÖTE: Liam Mallett
SAXOPHON: Martin Posegga
KLARINETTE: Miguel Pérez Iñesta
KLAVIER: Clemens Hund-Göschel
VIOLINE: Emmanuelle Bernard
VIOLA: Josa Gerhard
VIOLONCELLO: Martin Smith
SPRECHER: Martin Hansen
KOMPOSITION: Frederic Rzweski
VON + MIT: Oluwafemi Israel Adebajo, Lisa Rykena, Aloalii Tapu, Ridwan Rasheed, Raha Nejad, Sophie Prins, Andromeda Gervasio
VIDEO-EDITING: Gabriella Fiore
VIDEO CONTRIBUTION: Vadim Epstein, Matthias Härtig
KOSTÜME: Marie Akoury
TECHNISCHE LEITUNG: Fabian Eichner
PRODUKTIONSLEITUNG: Laura Biagoni

Eine Produktion der Company Christoph Winkler in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE.
Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Kulturstiftung des Bundes aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Kühlhaus Berlin

Luckenwalder Str. 3
10963 Berlin

kuehlhaus-berlin.com
Karte

Videodokumentation

Die Videodokumentation wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hergestellt. Im Rahmen dieses Auftrags werden Produktionen im Bereich des zeitgenössischen Tanzes in Berlin dokumentiert. Die Masteraufnahmen werden von der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin archiviert. Kopien der Dokumentationen auf DVD werden folgenden Archiven zur Verfügung gestellt und sind ausschließlich im Präsenzbestand (an den Medienplätzen vor Ort) zur Sichtung zugänglich:

Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Mediathek für Tanz und Theater des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin
Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin

Christoph Winkler / Trailer und Videodokumentationen

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